SAP-Aktie: Ein Missverständnis!

Die Aktie von SAP hatte noch am Montag den höchsten Kursstand seit Monaten verzeichnet. Seitdem hat sie wieder empfindlich eingebüßt. Alles Gewinnmitnahmen?

Auf einen Blick:
  • Die SAP-Aktie hat seit Montag von rund 192 auf mittlerweile 182 Euro nachgegeben
  • Die UBS hatte den Titel auf „Halten“ zurückgestuft, das Kursziel aber auf 201 Euro angehoben
  • Mehrheitlich geben die Analysten optimistische Prognosen, es gibt aber auch Ausnahmen
  • Die DZ Bank erwartet beim Softwarekonzern mittelfristig einen heftigen Rücksetzer

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Laufe des Montags notierte die SAP-Aktie noch zwischenzeitlich bei gut 192 Euro. Es war der höchste Kursstand seit Jahresanfang. Doch die Stimmung beim deutschen Softwarekonzern hat sich seitdem (mit dem Gesamtmarkt) deutlich eingetrübt. Bereits den letzten August-Tag beendete die SAP-Aktie bei nur noch 190,90 Euro, ab Dienstag aber ging es dann richtig bergab: Rund 182 Euro stehen aktuell noch auf dem Kurszettel. Ob dies alles auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen ist? Oder ein MIssverständnis?

SAP Aktie Chart

Gemischte Signale der UBS für SAP

Kein Zweifel: SAP bleibt einer der zentralen Treiber der deutschen und globalen Unternehmenssoftware-Landschaft. Der Konzern treibt etwa den Umbau von einer On-Premise- zu einer Cloud-first-Strategie weiter voran und setzt verstärkt auf integrierte Branchenlösungen sowie KI-getriebene Funktionen, um Skaleneffekte, Transparenz und schnellere Entscheidungen zu ermöglichen. Gleichzeitig stehen bei SAP nach eigenen Angaben Kosten, Komplexität und der Wettbewerb im Cloud-Segment im Fokus des Managements.

An den Märkten hingegen herrscht aktuell Verunsicherung wohjl ob des steilen Aufstiegs in der jüngsten Vergangenheit: „Offensichtlich haben Anleger die jüngste Abstufung durch die Schweizer Großbank UBS noch nicht vollständig hinter sich gelassen“, heißt es auf finanzen.net zum schlechten Septemberstart der SAP-Aktie. Hintergund: Am Mittwoch vergangener Woche hatte Analyst Michael Briest seine Kaufempfehlung für die Walldorfer kassiert und stufte die Aktie auf „Neutral“ zurück. Aber:

  • Zugleich hatte er das Kursziel für SAP auf 201,00 Euro angehoben
  • Dies verspricht, der Einstufung zum Trotz, noch Aufwärtspotenzial

Unterschiedlichste Kursziele für SAP-Aktie

SAP liefere immer noch eine Kernarchitektur in Unternehmenssoftware, die Integration agentischer KI verlaufe jedoch schleppend, bergründete der UBS-Analyst seine Skepsis. Dies begrenze nicht nur die Monetarisierung, sondern erhöhe auch das Risiko, dass die Unternehmen nach anderen KI-Lösungen suchen. Zudem hält Briest „eine Verlangsamung beim Current Cloud Backlog (CCB), also den vertraglich abgesicherten Cloud-Umsätzen, im zweiten Halbjahr für das wahrscheinlichste Szenario“.

Zur Wahrheit gehört auch, dass sich die Beobachter nicht einig sind, wohin mittelfristig die Reise bei SAP gehen wird. Davon zeugen die unterschiedlichen Prognosen, die Ende Juli nach den Quartalszahlen abgegeben worden waren. Eine Auswahl:

  • Jefferies: 210,00 Euro, +13,99%
  • JP Morgan: 175,00 Euro, -5,00%
  • Goldman Sachs: 215,00 Euro, +16,71%
  • DZ Bank: 120,00 Euro, -34,78%

DZ Bank erwartet Rücksetzer auf 120 Euro

Währen Jefferies und Goldman Sachs noch deutliches Kurspotenzial bei der Aktie von SAP erkennen, glaubt Armin Kremser von der DZ Bank an einen heftigen Rücksetzer. Er hatte das Kursziel sogar von 130 auf 120 Euro gesenkt und die Einstufung folglich auf „Verkaufen“ belassen. Trotz plangemäßer Cloudumsätze im Rahmen des Konsens „belasteten anorganische Effekte die operative Marge“, was zu einer leichten Senkung des Ergebnisausblicks 2026 führe, schrieb der Analyst nach dem Quartalsbericht des Softwareherstellers.

Diese Sichtweise allerdings blieb nicht unwidersprochen: Mohammed Moawalla von der US-Investmentbank Goldman Sachs hatte seine Prognose für SAP nach Zahlen zwar leicht von 230 auf 215 Euro gesenkt, die Einstufung aber folglich auf „Buy“ belassen. Der Bestand an Cloud-Aboverträgen habe sich als robust erwiesen, schrieb der Analyst in seiner Nachbetrachtung. Zudem sei die Produkt-Pipeline „trotz gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten stark“, so seine Einschätzung.

Fast alle Analysten würden derzeit SAP kaufen

Damit bewegt sich der US-Analyst etwas über dem Konsens. Laut marketscreener.com haben derzeit 28 Analysten eine Einschätzung zu SAP abgegeben.

  • Das durchschnittliche Kursziel beträgt demnach 207,77 Euro
  • was noch aktuell gut 13 Prozent an Kurszuwachs verspricht

Die Folge: 24 der Beobachter empfehlen SAP derzeit zum Kauf. Die zu erwartende, positive Wirkung allerdings bleibt aus.

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