Goldman Sachs hat am Freitag das Kursziel für SAP von 230 € auf 258 € angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Neubewertung folgt auf die Quartalszahlen vom 21. Oktober. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie stark das Cloudgeschäft die Zuversicht der Analysten stützt.
Auftragsbestand liefert die Grundlage
SAP meldete für das dritte Quartal 2026 einen Current Cloud Backlog von 24,1 Mrd. €. Dieser Cloud-Auftragsbestand stieg gegenüber dem Vorjahr um 28 % beziehungsweise währungsbereinigt um 26 %.
Der Auftragsbestand ist damit ein wesentlicher Anker der positiven Einschätzungen. Die Zuversicht richtet sich nicht allein auf neue KI-Angebote, sondern auch auf das bereits ausgewiesene Wachstum des Cloudgeschäfts. Dabei ist zwischen Auftragsbestand und erzielten Erlösen zu unterscheiden: Beide Größen beschreiben unterschiedliche Seiten der Geschäftsentwicklung.
Die Clouderlöse legten im dritten Quartal 2026 um 26 % zu. Der Gesamtumsatz wuchs um 13 %, während das Betriebsergebnis nach IFRS und nach Non-IFRS jeweils um 18 % zunahm.
Damit beschränkte sich das Wachstum nicht auf die Erlösseite. Auch das operative Ergebnis verbesserte sich. SAP aktualisierte zugleich den Ausblick für die Clouderlöse sowie die Cloud- und Softwareerlöse des laufenden Geschäftsjahres.
Positive Urteile mit unterschiedlicher Begründung
Jefferies beließ SAP am 22. Oktober auf einer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 220 €. Analyst Charles Brennan schrieb, die Geschäftsentwicklung unterstreiche die Dynamik der Cloud-Transformation. Sie entkräfte zudem Sorgen vor einer KI-bedingten Verdrängung des Kerngeschäfts.
Diese Einschätzung verbindet die Quartalszahlen mit einer grundsätzlichen Anlegerfrage: Gefährdet künstliche Intelligenz das bestehende Geschäft oder unterstützt sie dessen Weiterentwicklung? Brennan wertete die Geschäftsentwicklung als Argument gegen die befürchtete Gefährdung. Das bleibt eine Analysteneinschätzung und ist keine Garantie für die künftige Entwicklung.
Auch weitere Häuser erhöhten nach den Zahlen ihre Kursziele und hielten an positiven Anlageurteilen fest. Nach einem Bericht von dpa-AFX trugen zahlreiche Analystenkommentare am 22. Oktober zur Erholung der zuvor schwankenden Aktie bei. Daneben half die allgemeine Börsenerholung.
Nächster Prüfpunkt sind die Jahresendzahlen
Die positive Einordnung beruht somit auf wachsendem Cloudgeschäft und steigenden operativen Ergebnissen. Die Kursziele drücken Erwartungen aus; sie ersetzen nicht die nächste operative Bestätigung.
Als nächsten Ergebnistermin hat SAP den 28.01.2027 angekündigt. Dann veröffentlicht das Unternehmen die Zahlen für das vierte Quartal 2026. Für die weitere Bewertung wird entscheidend sein, ob die Geschäftsentwicklung die Zuversicht nach dem dritten Quartal trägt.
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