Liebe Leserin, lieber Leser,
unter leichten Schwankungen kannte die Aktie von SAP seit Ende Juli nur noch einen Weg: den nach oben. Ausgehend von 127,50 Euro vor einem guten Monat hatten sich die Papiere des Walldorfer Software-Riesen nach mehr als ordentlichen Quartalszahlen zuletzt bis auf gut 188 Euro verbessert, ein Aufschlag von annähernd 50 Prozent. Am Mittwoch allerdings musste die SAP-Aktie einen heftigen Dämpfer hinnehmen, notierte zeitweilig bei nur noch knapp 177 Euro, bevor sie sich wieder fing. Es war ein Doppelschlag, der die Anleger zumindest vorübergehend verunsicherte.
SAP Aktie Chart
Prognose von Intuit belastet auch SAP
Da wäre zum einen der Finanzsoftwarehersteller Intuit, der am Dienstag nach US-Börsenschluss Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 25/26 vorgelegt hatte. Obwohl der Gesamtjahresumsatz eine neue Rekordmarke durchbrach, sorgte ein schwacher Ausblick für das kommende Geschäftsjahr 2027 für einen deutlichen nachbörslichen Kursrutsch von zeitweilig mehr als sieben Prozent.
- Für das beginnende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen nur einen Gewinn je Aktie von 22,88 bis 23,12 US-Dollar
- Laut xtb liegt dieser Wert deutlich unter dem Konsens von 27,30 US-Dollar, auch der Umsatz werde die Schätzungen verfehlen
SAP: Abstufung trifft auf Kursziel-Erhöhung
Die Anleger wurden daher wohl auch bei Software-Riese SAP hellhörig, die Aktie landete am Mittwoch ganz am Ende des Dax. Dazu beigetragen haben dürfte auch ein Downgrade durch die schweizer UBS, was sich bei genauerem Hinsehen jedoch als Missverständnis entpuppt hat. Zwar stufte Michael Briest die Aktie der Walldorfer von „Buy“ auf „Neutral“ ab, zugleich hat er das Kursziel jedoch von 164 auf 201 Euro angehoben. Der Analyst erkennt also noch deutliches Kurspotenzial bei SAP.
Ihre Bewertung sei vernünftig, die Anlegerstimmung bleibe allerdings fragil, schrieb Briest laut finanzen.net in seiner Studie. SAP liefere immer noch eine Kernarchitektur in Unternehmenssoftware, die Integration agentischer KI verlaufe jedoch schleppend. Dies begrenze nicht nur die Monetarisierung, sondern erhöhe auch das Risiko, dass die Unternehmen nach anderen KI-Lösungen suchen. Zudem hält Briest eine Verlangsamung beim Current Cloud Backlog (CCB), also den vertraglich abgesicherten Cloud-Umsätzen, im zweiten Halbjahr für das wahrscheinlichste Szenario.
Sorgen um KI belasteten die Softwarenbranche
Fragil sei die Stimmung der Anleger nämlich schon länger, heißt es in einem Kommentar auf tagesschau.de. „Denn SAP, wie auch der gesamten Softwarebranche, macht der Boom rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) zu schaffen.“ Eine KI, so die Sorge der Investoren, könne womöglich direkt in die Wertschöpfung eines Softwarekonzerns eingreifen.
- So etwa in das Schreiben, Testen, Dokumentieren oder die Wartung von Software, heißt es im Bericht
- „Diese könnte womöglich schneller und billiger entwickelt werden – was die angestammten Geschäftsmodelle unter Druck setzen kann“
Beim Unternehmen hat man das längst erkannt: Wenn das eigene KI-Werkzeug Geschäftsprozesse nicht besser verstehe als ein KI-Agent, den man mit Anthropic – einem US-KI-Unternehmen – baue, dann habe SAP ein Problem, sagte Konzernchef Christian Klein unlängst der Süddeutschen Zeitung. „Wir müssen schnell agieren, niemand in den USA oder China wartet auf uns. Sie wollen uns alle schlagen“, wurde er zitiert. Wie viele andere müsse SAP jetzt beweisen, dass man KI liefern könne.
SAP-Aktie noch gut 40 Prozent im Plus
Was die Anleger offenbar beruhigte: Der SAP-Chef zeigte sich sehr zuversichtlich, aber das bedeute für sein Unternehmen zugleich eine „sehr, sehr große Transformation“, wie er betonte. Die KI-Transformation ist laut Klein „noch größer als die jüngste Cloud-Transformation“. Insgesamt scheinen die Märkte dies den Walldorfern zuzutrauen. Trotz der Korrektur vom Mittwoch notiert die Aktie seit dem Quartalsbericht noch immer mit weit mehr als 40 Prozent im Plus.
SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 27. August liefert die Antwort:
Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
