Liebe Leserin, lieber Leser,
der letzte Handelstag vor Ostern schien für die Aktie von SAP kein erfolgreicher zu werden. Nachdem sich die Papiere des Software-Riesen von ihrem Jahrestief, ausgebildet Ende März bei 141,52 Euro, zunächst wieder erholt hatten und im Laufe des Mittwochs bei 151,10 Euro notierten, befanden sie sich längst wieder auf dem Weg nach unten. Auf der Handelsplattform Tradegate aber fand die SAP-Aktie am Donnerstag dann einen Boden – und drehte letztlich sogar mit 1,4 Prozent leicht ins Plus. 149,44 Euro stehen über die Feiertage auf dem Kurszettel. Laut eines Analysten muss das so nicht bleiben, seine Prognose ließ in dieser Woche aufhorchen.
Barclays empfiehlt SAP weiter zum Kauf
Es war Sven Merkt von der britischen Investmentbank Barclays, der das Kursziel für SAP am Donnerstag zwar gesenkt hatte, allerdings lediglich von 240 auf jetzt 220 Euro. Keine Überraschung also, dass der Analyst die Einstufung für SAP weiterhin auf „Overweight“ belassen hat. Die Begründung allerdings blieb etwas kryptisch:
- Sorgen um Konkurrenz seitens Künstlicher Intelligenz hätten die Aktien der Software-Branche im ersten Quartal belastet, schrieb er laut finazanzen.net in seiner Studie
- Die Fundamentaldaten seien bei SAP weiterhin solide, aber selbst robuste Quartalszahlen aus der Branche dürften die Bedenken seitens der Investoren „wohl nicht zerstreuen“
BofA mit ambitionierten Kursziel
Wieso er dennoch davon ausgeht, dass SAP an der Börse ein mittelfristiges Aufwärtspotenzial von annähernd 50 Prozent haben könnte, erklärte der Analyst nicht. Das hatten andere vor kurzen hingegen sehr ausführlich getan – und kamen zu einer noch deutlich optimistischeren Einschätzung:
- BofA Securities hatte die Einstufung für SAP nach der Übernahme von Reltio mit „Buy“ und einem Kursziel von 308,00 US-Dollar bestätigt
- Mit umgerechnet 266,85 Euro sehen die Experten der Bank of Amerika die Aktie mittelfristig also fast 80 Prozent höher als derzeit
Die Akquisition von Relito ziele darauf ab, SAP- und Nicht-SAP-Daten KI fähig zu machen und das Angebot der SAP Business Data Cloud zu stärken, wie es in der Studie von Ende März hieß. Die Transaktion reihe sich in eine Serie jüngster Zukäufe von SAP ein, darunter WalkMe, LeanIX, Taulia und Signavio, „die das Kerngeschäft stärken sollen“, so die US-Analysten. Die Analysten merkten demnach an, „dass die Vereinfachung der SAP-Datenextraktion den Wettbewerb auf der Orchestrierungsebene verschärfen wird, da SAP eine leichtere Integration von SAP- und Nicht-SAP-Daten ermöglicht“. In der Folge sehen sie die Walldorfer „als relativ gut gegen KI-Risiken positioniert“.
SAP-Aktie weit unter Höchstbewertung
Genau das hatten die Anleger zuletzt in Zweifel gezogen – insbesondere KI-Sorgen ließen die SAP-Aktie zuletzt einknicken. Trotz deutlicher Zuwachsraten im Geschäftsjahr 2025 hat diese seit Jahresbeginn rund ein Viertel an Wert eingebüßt. Seit ihrem Höchststand im Juni 2025 bei einem Kurs von 273,55 Euro beläuft sich der Abschlag gar auf 45 Prozent.
SAP will Kunden unabhängiger machen
Doch nun soll alles besser werden: SAP plane Reltio Inc. zu übernehmen, einen führenden Anbieter von Master Data Management (MDM)-Software, wie das Unternehmen Ende März mitteilte. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet worden. „Reltios Technologie soll SAP-Kunden dabei helfen, alle Unternehmensdaten KI-bereit zu machen, unabhängig davon, ob sie in Anwendungen von SAP oder von anderen Anbietern geführt werden“, hieß es. Details der Übernahme wurden indes nicht genannt.
Nach Abschluss der Übernahme soll Reltio die SAP Business Data Cloud (SAP BDC) stärken – ein integraler Bestandteil der SAP-Strategie, künstliche Intelligenz in den Kernprodukten prominent zu verankern. Das Unternehmen beschleunigt damit die Entwicklung von SAP BDC hin zu einer vollständig interoperablen Unternehmensdatenplattform für unternehmensweite agentische KI. Sie soll Kunden die Werkzeuge an die Hand geben, die sie benötigen, um Daten aus verschiedenen Quellen zu vereinheitlichen, zu bereinigen und zu harmonisieren, um eine hochqualitative unternehmensweite agentische KI zu ermöglichen.
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