SAP Aktie: Cloud-Umsatz springt 24 Prozent auf 6,3 Milliarden

Starke Cloud-Zahlen und neue Aufträge treiben SAP-Kurs, während Analysten die Kostenentwicklung unterschiedlich bewerten.

Auf einen Blick:
  • Cloud-Umsatz steigt um 24 Prozent
  • Analysten uneins über Kursziele
  • Airbus entscheidet sich für SAP-Lösungen
  • Vorstandskauf signalisiert Vertrauen

Die SAP-Aktie hat am Dienstag kräftig zugelegt und notiert bei 159,50 Euro – ein Plus von 5,81 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit setzt sich eine Erholung fort, die seit der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag an Fahrt gewonnen hat. Trotz des Sprungs bleibt das Papier rund 9,3 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 175,85 Euro – die längerfristige Erholung ist also noch nicht abgeschlossen.

Cloud-Geschäft übertrifft die Erwartungen

Auslöser der Rally sind die Zahlen zum zweiten Quartal 2026, die SAP am Donnerstag veröffentlichte. Der Cloud-Umsatz kletterte um 24 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel das Wachstum beim währungsbereinigten Current Cloud Backlog aus, das um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zulegte – ein Indikator für künftige Umsätze, den Anleger genau beobachten. Das operative Ergebnis nach Non-IFRS-Rechnung stieg um 8 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro, während der freie Cashflow um 27 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro zunahm.

Gleichzeitig senkte SAP die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 leicht. Grund sind laut einem Bericht der „Welt“ Integrationskosten für Übernahmen, die im Juli abgeschlossen wurden – darunter der Zukauf von Prior Labs, mit dem der Softwarekonzern sein Technologie-Portfolio erweitert hat. Diese Kombination aus starkem operativem Fortschritt und gedämpftem Ausblick prägt seither die Diskussion unter Analysten.

Analysten zwischen Zuversicht und Vorsicht

Berenberg bestätigte am Montag die Kaufempfehlung für SAP, senkte das Kursziel jedoch von 215 auf 205 Euro. Die Analysten begründeten den Schritt mit steigendem Kostendruck durch die laufende KI-Offensive des Konzerns – trotz der starken Cloud-Dynamik. J.P. Morgan positionierte sich am Freitag deutlich zurückhaltender: Die Bank beließ ihre Einstufung bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro und verwies auf die im zweiten Quartal rückläufige operative Marge als Belastungsfaktor.

Andere Häuser äußerten sich optimistischer. UBS bekräftigte am Montag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 164 Euro und hob die Beschleunigung des kurzfristigen Cloud-Vertragsbestands hervor. Jefferies und Deutsche Bank bestätigten ebenfalls Kaufratings, mit Kurszielen von 210 beziehungsweise 200 Euro; die Deutsche Bank rechnet demnach mit einem anziehenden währungsbereinigten Wachstum ab 2027. In der Breite bewegen sich die aktuellen Kursziele der Analysten damit zwischen 164 und 215 Euro – ein Spektrum, das die Unsicherheit über die Kostenseite widerspiegelt.

Neue Aufträge stützen die Cloud-Story

Auch operativ mehren sich die positiven Signale. Airbus entschied sich Ende Juli für die Einführung von „RISE with SAP“ in Kombination mit einem Sovereign-Cloud-Betriebsmodell, um seine Geschäftsprozesse zu transformieren. Bereits Anfang Juli hatte sich die Thüringer Energie AG für SAP-Softwarelösungen als Kernplattform ihrer digitalen Transformation entschieden. Zusätzliche Rechtssicherheit brachte Anfang Juli der Abschluss einer regulatorischen Überprüfung durch die Europäische Kommission zu den Richtlinien für Wartung und Support von On-Premise-Lösungen, die SAP ausdrücklich begrüßte.

Ein weiteres Signal aus dem eigenen Haus: Vorstandsmitglied Thomas Heinrich Saueressig kaufte Anfang Juli SAP-Aktien im Gegenwert von 70.392 Euro, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die Kombination aus robustem Cloud-Wachstum und wachsendem Auftragsbestand die zusätzlichen Integrationskosten der jüngsten Zukäufe mittelfristig aufwiegen kann.

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