Die Bundesregierung zieht sich Medienberichten zufolge aus einer geplanten Partnerschaft für Künstliche Intelligenz mit dem französischen Start-up Mistral und SAP zurück. Das Bundesdigitalministerium verfolge derzeit keine entsprechenden Beschaffungsvorhaben bei Mistral.
Auf Nachfrage der Tageszeitung WELT betonte SAP heute allerdings, dass man gemeinsam mit Mistral weiterhin an souveränen Lösungen für den Einsatz in Verwaltungen und Unternehmen arbeite.
Die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern gilt als wichtiger Baustein, um Kunden im öffentlichen Sektor und in stark regulierten Branchen datenschutzkonforme Technologien bereitzustellen.
Dass der Bund vorerst auf Beschaffungen bei dem Partner verzichtet, bremst die Bestrebungen für einen raschen Einsatz in der Verwaltung. Für den Softwarekonzern fällt diese Entwicklung mitten in eine Phase, in der das Management die Palette an automatisierten Unternehmenslösungen zügig verbreitert.
Ausbau des eigenen Portfolios
Abseits der Kooperation im Verwaltungsbereich setzt der Konzern verstärkt auf Zukäufe und Eigenentwicklungen. Am Dienstag vereinbarte das Walldorfer Unternehmen die Übernahme des belgischen Anbieters TechWolf, der auf KI-gestützte Arbeitsplatzanalysen spezialisiert ist.
Der Vollzug der Transaktion wird für das vierte Quartal dieses Jahres erwartet, sofern die üblichen behördlichen Genehmigungen vorliegen. Finanzielle Details zu der Übernahme nannten die Beteiligten nicht.
Am Donnerstag folgten weitere Produktankündigungen: Der Konzern stellte Erweiterungen für die Joule-Assistenten und -Agenten im Bereich des Lieferkettenmanagements vor, deren allgemeine Verfügbarkeit ebenfalls für das laufende vierte Quartal geplant ist. CEO Christian Klein hatte zuvor bereits bekräftigt, dass die Bereitstellung von Joule Work für alle Kunden im laufenden Monat anläuft.
Marktlage vor den Quartalszahlen
An der Börse zeigte sich das Papier zum Wochenausklang stabil. Der Titel beendete den Handel am Freitag bei 191,72 Euro, was einem Tagesplus von 1,5 Prozent entsprach. Damit notiert der Wert aktuell über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 183,03 Euro.
Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich nun auf die operative Ertragskraft im zurückliegenden Jahresviertel. Am Donnerstag stufte UBS-Analyst Michael Briest die Aktie mit „Neutral“ und einem Kursziel von 201 Euro ein. Am selben Tag bestätigte BMO-Analyst Keith Bachman sein „Outperform“-Votum mit einem Ziel von 235 US-Dollar. Am 21. Oktober wird der Konzern seine detaillierten Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegen.
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