Die Aktie von SAP scheint ihren fast schon märchenhaften Aufstieg erst einmal beendet zu haben. Zwei Mal, am Freitag und am Montag, erreichten die Papiere des Softwar-Riesen im Xetra-Handel erstmals seit Januar die 188 Euro – und fielen beide Male wieder zurück. Trotz mehrheitlich hoher Kursziele scheint die SAP-Aktie hier an eine Grenze zu stoßen. Bei JP Morgan kann man das verstehen, bei Goldman Sachs eher nicht. Denn nach den Quartalszahlen bildeten die Analysten der beiden US-Banken die Antipoden.
SAP-Kursziele zwischen 175 und 215 Euro
So hatte sich JP Morgan Ende Juli extrem zurückhaltend gegeben: Der robuste kurzfristige Cloud-Vertragsbestand (Current Cloud Backlog) sei ermutigend, schrieb Analyst Toby Ogg zwar im Nachgang der Quartalszahlen. Blieben KI-Umsätze jedoch aus und zeigten Rückmeldungen von Kunden zu KI-Produkten trotz der Investitionen keine klaren Verbesserungen, könnten höhere Ausgaben erforderlich werden, um dem sich verschärfenden Wettbewerb zu trotzen. Dies würde einhergehen mit Risiken für die Margen, so Ogg.
- Er beließ in der Folge die Einstufung für SAP auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro
- Damit sieht der US-Analyst die Aktie sogar als überbewertet – im Gegensatz zu einem Kollegen
Es war Mohammed Moawalla von der US-Investmentbank Goldman Sachs, der das Kursziel für SAP nach Zahlen zum zweiten Quartal nur leicht von 230 auf 215 Euro gesenkt hatte, die Einstufung aber blieb auf „Buy“. Der Bestand an Cloud-Aboverträgen habe sich als robust erwiesen, schrieb Moawalla in seiner Nachbetrachtung. Zudem sei die Produkt-Pipeline trotz gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten stark.
SAP-Aktie legte fast 50 Prozent zu
Während der US-Analyst also ein zweistelliges Kurspotenzial bei der SAP-Aktie erkennt, sind die Anleger zuletzt etwas vorsichtiger geworden. Dies könnte allerdings auch mit Gewinnmitnahmen zu tun haben: Seit Ende Juli, die Papiere notierten bei rund 127 Euro, hat der Softwarekonzern 47 Prozent an Börsenwert dazugewonnen.
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