Europas größter Softwarekonzern zieht die Handbremse. SAP stoppt interne Reisen und friert Neueinstellungen ein. Das Management ordnet dem Ausbau der Künstlichen Intelligenz fast alles unter.
Ein internes Schreiben an die Belegschaft offenbart die neue Priorität. Der Vorstand sucht künftig ausschließlich Personal für zentrale KI-Rollen. Diese seien für den langfristigen Erfolg entscheidend. Andere Bereiche gehen leer aus. Interne Reisen ohne direkten KI-Bezug entfallen komplett. Zusätzlich drückt Walldorf die Ausgaben bei Lieferanten.
Abwärtstrend dominiert das Chartbild
An der Börse zündet diese Strategie noch nicht. Die SAP-Aktie ging am Freitag bei 139,32 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn stürzte der Titel damit um gut 31 Prozent ab. Der langfristige Abwärtstrend bleibt völlig intakt.
Die viel beachtete 200-Tage-Linie verläuft weit entfernt bei rund 181 Euro. Das jüngste 52-Wochen-Tief rückt stattdessen in den Fokus. Diese Marke bei 130,80 Euro dient nun als nächste wichtige Unterstützung.
Milliarden-Rückkauf als Rettungsanker
Ein massiver Stützpfeiler: das laufende Aktienrückkaufprogramm. SAP erwirbt bis Ende Juli 2026 eigene Papiere über die Börse. Das Gesamtvolumen dieser Tranche umfasst bis zu 2,6 Milliarden Euro. Wegen der stark gefallenen Kurse sammelt das Unternehmen die Aktien nun deutlich billiger ein als zuvor.
Nachrichtensperre bremst Impulse
Frische Impulse aus der Zentrale fehlen vorerst. SAP befindet sich aktuell in der vorgeschriebenen Quiet Period. Der Vorstand äußert sich bis zur Vorlage der Halbjahreszahlen nicht zur Geschäftsentwicklung. Bis dahin dominiert die allgemeine Stimmung im europäischen Tech-Sektor den Kurs. Hält die Unterstützung am jüngsten Jahrestief, federt das Rückkaufprogramm womöglich weiteren Verkaufsdruck ab.
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