Fast 50 Prozent unter dem Jahreshoch, und kein Wort aus Walldorf. SAP steckt in der Quiet Period — und die Aktie kämpft knapp über ihrem 52-Wochen-Tief. Was zählt, ist das, was am 23. Juli kommt.
Rückkauf läuft, Kurs nicht
SAP kauft seit Februar 2026 eigene Aktien zurück. Das Gesamtprogramm umfasst bis zu zehn Milliarden Euro und läuft bis Ende 2027. Das aktuelle Budget beträgt bis zu 2,6 Milliarden Euro.
In der ersten Tranche erwarb SAP rund 16,3 Millionen Aktien — zu einem Durchschnittspreis von 161,16 Euro. Aktuell notiert die Aktie bei 134,94 Euro. Der Konzern kauft seine eigenen Papiere also deutlich günstiger zurück als zu Beginn. Stabilisiert hat das den Kurs bislang nicht.
Operative Stärke, schwacher Chart
Das Geschäft selbst läuft. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Gesamtumsatz um rund sechs Prozent auf 9,56 Milliarden Euro. Die Cloud-Erlöse legten um 27 Prozent zu. Die operative Marge erreichte erstmals seit 13 Quartalen wieder 30 Prozent.
Für das Gesamtjahr plant SAP Cloud-Erlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro — ein währungsbereinigtes Wachstum von 23 bis 25 Prozent. Die Zahlen sind solide. Der Markt bewertet sie trotzdem skeptisch.
Der Grund ist struktureller Natur. Investoren fragen sich, ob klassische Unternehmenssoftware im KI-Zeitalter an Relevanz verliert. Oracles Ankündigung, bis zu 95 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren, hat den Druck auf den gesamten Sektor erhöht. Salesforce und ServiceNow standen zuletzt ebenfalls unter Druck.
Analysten bleiben bullish
Die Kursziele der Analysten liegen weit über dem aktuellen Niveau. UBS sieht 205 Euro als Ziel, Berenberg 215 Euro. Jefferies senkte sein Ziel auf 210 Euro, behielt aber die Kaufempfehlung. Bernstein Research hält sogar 276 Euro für fair.
UBS-Analyst Michael Briest erwartet für das zweite Quartal weitere Margenverbesserungen — allerdings weniger dynamisch als zum Jahresauftakt. Seine Kaufempfehlung bleibt unverändert.
Die Aktie notiert derzeit rund 26 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 182,43 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie rund 33 Prozent verloren.
Bis zum 23. Juli schweigt SAP. Die Quiet Period untersagt jegliche Kommentare zu Umsätzen, Margen oder der Jahresprognose. Erst mit den Halbjahreszahlen — veröffentlicht um 22:05 Uhr, Analystenkonferenz um 23:00 Uhr — gibt es wieder harte Fakten. Ob das Cloud-Wachstum überzeugt und die Marge hält, entscheidet dann über die nächste Kursrichtung.
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