Die Sorge vor einer Verdrängung durch Künstliche Intelligenz lastete monatelang schwer auf der gesamten Softwarebranche. Bei SAP klaffen langfristiger Kursverfall und kurzfristige Aufbruchstimmung derzeit weit auseinander. Nach einem massiven Absturz versucht der Konzern nun, das Ruder herumzureißen.
Am Freitag schloss die Aktie bei 145,84 Euro und verbuchte ein Tagesplus von 3,24 Prozent. Das ist eine spürbare Gegenbewegung, nachdem das Papier erst zur Wochenmitte auf ein 52-Wochen-Tief von 137,62 Euro abgerutscht war. Dennoch bleibt die Bilanz trüb. Seit Jahresbeginn hat der Titel mehr als ein Viertel seines Wertes verloren.
KI-Fantasie trifft auf ERP-Realität
Den Impuls für die jüngste Erholung lieferte die hauseigene Messe Sapphire. SAP positioniert sich dort offensiv als führende Datenplattform im Bereich der Unternehmenssteuerung. ERP-Systeme bilden das digitale Rückgrat vieler Firmen. Gelingt es den Walldorfern, KI-Funktionen nahtlos in diese Kernprozesse zu integrieren, schwächt das die fundamentale Skepsis der Investoren ab.
Armin Kremser, Analyst der DZ Bank, ordnet die Lage nüchtern ein. Künstliche Intelligenz sei aktuell vor allem ein Thema der Kundenadaption und noch kein kurzfristiger Umsatztreiber. Die Beweislast liegt nun beim Management. Das Unternehmen muss demonstrieren, dass die auf der Messe angekündigten Initiativen im Alltag der Kunden ankommen und greifbaren Mehrwert liefern.
Charttechnisch bleibt die Ausgangslage angespannt. Die Aktie notiert gut 25 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und damit tief im langfristigen Abwärtstrend. Verteidigen die Käufer in der neuen Handelswoche die Unterstützungszone um das jüngste Tief, hat die Erholung kurzfristig Raum nach oben. Bricht dieses Level, verpufft der Sapphire-Effekt umgehend.
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