Die spanische Großbank greift in den USA zu – und die Börse zeigt sich gespalten. Für umgerechnet 10,3 Milliarden Euro übernimmt Santander die regionale US-Bank Webster Financial. Damit plant eine europäische Bank einen der größten Deals auf amerikanischem Boden seit Jahren.
Doch was auf den ersten Blick nach strategischem Weitblick aussieht, stößt bei Investoren auf Skepsis. Die Santander-Aktie brach am Mittwoch in Madrid um rund vier Prozent auf 10,63 Euro ein. Webster-Aktionäre hingegen jubelten: Ihre Papiere sprangen in New York um neun Prozent auf 71,95 Dollar nach oben.
Expansion mit Sprengkraft
Webster Financial bringt Santander knapp 200 Filialen im lukrativen Nordosten der USA – vor allem in New York, Massachusetts und Connecticut. Bislang konzentrierte sich die spanische Bank dort hauptsächlich auf Autofinanzierungen. Mit einem Schlag wird Santander zu einer der zehn größten Privatkunden- und Geschäftsbanken der USA.
Bankchefin Ana Botin schwärmt von Webster als „eine der effizientesten und profitabelsten Banken in ihrer Vergleichsgruppe“. Die Rechnung: 48,75 Dollar bar plus 2,0548 Santander-Aktien pro Webster-Anteil. Das entspricht insgesamt 75 Dollar je Papier – eine Prämie von 16 Prozent auf den zehntägigen Durchschnittskurs.
Gewinnsprung reicht nicht
Parallel zu den Übernahmeplänen präsentierte Santander die Geschäftszahlen für 2025. Der Gewinn kletterte um zwölf Prozent auf 14,1 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenerwartungen. Doch die Erträge stagnierten bei 62,4 Milliarden Euro – Währungseffekte fraßen alle Zuwächse auf.
Kann diese zwiespältige Bilanz die Webster-Übernahme rechtfertigen?
Aktienrückkäufe als Gegengewicht
Santander startet jetzt mit dem ersten Teil ihres angekündigten Aktienrückkaufprogramms. Fünf Milliarden Euro fließen zunächst in eigene Papiere – insgesamt sind zehn Milliarden vorgesehen. Für 2026 peilt Botin währungsbereinigt einen mittleren einstelligen Umsatzanstieg an, 2027 soll es zweistellig werden.
Ambitioniert wirkt das Renditeziel: Bis 2028 soll sich das materielle Eigenkapital mit über 20 Prozent verzinsen. 2025 lag diese Kennzahl noch bei 16,3 Prozent.
Die Webster-Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden. Webster-Chef John Ciulla wird dann die Santander Bank NA leiten, in die alle Webster-Geschäfte integriert werden. Bleibt die Frage: Zahlen die Spanier zu viel für ihre US-Ambitionen?
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