Ana Botin macht Ernst mit ihren USA-Plänen. Die Santander-Chefin legt 12 Milliarden Dollar auf den Tisch, um Webster Financial zu kaufen. Gleichzeitig spendiert sie den Aktionären ein sattes Rückkaufprogramm. Die Quartalszahlen liefern dabei die perfekte Grundlage für diese Offensive.
Der Gewinn im vierten Quartal kletterte um 15 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro. Das liegt klar über den erwarteten 3,41 Milliarden Euro. Auch die Erträge mit 16,11 Milliarden Euro schlugen die Prognosen. Santander zeigt sich in Topform und nutzt diese Stärke jetzt für den großen Wurf in den USA.
Die Webster-Übernahme ist dabei mehr als nur ein Deal. Sie bringt Santander 200 Filialen im Nordosten der USA, 84 Milliarden Dollar an Vermögenswerten und über fünf Millionen neue Kunden. Damit springt die spanische Bank auf Platz zehn der US-Retailbanken. Botin verspricht Kostensynergien von 800 Millionen Dollar und eine Verdopplung der US-Profitabilität bis 2028.
Das Rückkaufprogramm überzeugt die Anleger
Parallel dazu startet Santander ein Aktienrückkaufprogramm über 5,03 Milliarden Euro. Das Programm läuft von Februar bis Juli und unterstreicht das Vertrauen des Managements in die eigene Stärke. Die Bank bestätigt zudem ihre Pläne, mindestens 10 Milliarden Euro aus den Gewinnen 2025 und 2026 sowie überschüssigem Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.
Für 2026 erwartet Santander ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich, niedrigere Kosten und höhere Gewinne. Nach Abschluss der Webster-Übernahme soll der Umsatz 2027 sogar zweistellig zulegen. Die Eigenkapitalrendite soll 2028 die Marke von 20 Prozent knacken. Das sind ambitionierte Ziele, aber die Zahlen geben Botin recht.
Die Aktie hat in den vergangenen zwei Jahren bereits um fast 200 Prozent zugelegt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 160 Milliarden Euro ist Santander die zweitwertvollste Bank Europas hinter HSBC. Botin setzt jetzt alles auf die USA-Karte. Ob das aufgeht, wird sich zeigen. Die Ausgangslage jedenfalls könnte kaum besser sein.
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