Wer Sanofi zuletzt abgeschrieben hatte, darf sich gern korrigieren. Der französische Pharmariese hat im ersten Quartal 2026 Zahlen geliefert, die in fast jeder Zeile über den Erwartungen lagen, und das in einer Phase, in der das Unternehmen gerade keinen richtigen Chef hat.
Besser als erwartet, deutlich besser
10,51 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 13,6 Prozent auf Basis konstanter Wechselkurse. Analysten hatten laut Vara Research mit 10,22 Milliarden gerechnet. Der Business EPS kam auf 1,88 Euro, der Konsens lag bei 1,80 Euro laut FactSet. Das Business Operating Income kletterte um gut 11 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro. Interim-CEO Olivier Charmeil sprach von einem „starken Start“, und diesmal ist das keine Floskel.
Besonders die Pharma-Neueinführungen liefen gut: Ayvakit, ALTUVIIIO und Sarclisa trieben die Launches-Umsätze um fast 50 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Hinzu kamen die Effekte jüngster Zukäufe, darunter der abgeschlossene Erwerb von Dynavax.
Dupixent, das Zugpferd, das nicht müde wird
Und dann ist da noch Dupixent. Das Entzündungshemmer-Flaggschiff, gemeinsam mit Regeneron entwickelt, wächst und wächst. Im ersten Quartal legte der Umsatz um 30,8 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zu, zum zweiten Mal in Folge über der 4-Milliarden-Marke im Quartal. Das ist das Rückgrat, auf dem alles andere aufbaut.
Allerdings ist Dupixent eben auch das Problem, das Sanofi in ein paar Jahren einholen wird. Wenn der Patentschutz ausläuft, muss etwas Neues da sein, das diese Lücke füllt. Das ist die eigentliche Aufgabe der neuen Chefin.
Sanofi SA Aktie Chart
Garijo übernimmt, die Uhr läuft
Ende April, nach der Hauptversammlung am 29., tritt Belén Garijo offiziell an, bisher CEO bei der deutschen Merck KGaA. Ihr Vorgänger Paul Hudson bekam seinen Vertrag nicht verlängert. Garijo erbt ein Unternehmen in guter Form, aber mit einer strukturellen Frage, die sich nicht wegquartalen lässt: Wie ersetzt man Dupixent?
Immerhin zeigt die Pipeline erste Lebenszeichen. Venglustat lieferte positive Phase-3-Daten bei der seltenen Erkrankung GD3, Lunsekimig machte in Phase 2 bei Atemwegserkrankungen auf sich aufmerksam. Fünf Zulassungen in der Immunologie kamen im Quartal dazu. Das ist kein Durchbruch, aber es ist Bewegung.
Prognose steht, Kurs offen
Die Jahresziele hat Sanofi bestätigt: Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich, Business EPS etwas schneller, beides auf Basis konstanter Wechselkurse. Auf Basis der April-Kurse drückt der Währungsgegenwind den Umsatz um rund 2 Prozent und den EPS um rund 3 Prozent.
4,2 Milliarden Euro Dupixent in einem einzigen Quartal, und der Patentablauf kommt trotzdem irgendwann. Garijos Uhr läuft ab dem 29. April.
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