Gute Nachrichten aus Fernost für Sanofi. China hat gleich zwei Spezialmedikamente des französischen Pharmakonzerns zugelassen. Myqorzo für obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie und Redemplo gegen das familiäre Chylomikronämie-Syndrom dürfen jetzt auf dem riesigen chinesischen Markt verkauft werden. Das sind Nischenpräparate für seltene Erkrankungen, aber genau solche Zulassungen bringen langfristig stabile Einnahmen.
Gleichzeitig kämpft Sanofi mit Gegenwind aus den USA. CEO Paul Hudson sprach auf der J.P. Morgan Healthcare Conference Klartext. Die Trump-Administration sorgt mit ihrer impfkritischen Haltung für Verunsicherung. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., bekannter Impfgegner, hat die Impfempfehlungen für Kinder massiv zusammengestrichen. Von 17 auf nur noch 11 Krankheiten. Das Ergebnis ist absehbar: sinkende Impfraten.
Hudson rechnet deshalb mit einer Schwäche im US-Impfstoffgeschäft für dieses Jahr. Bereits im dritten Quartal gingen die Impfstoffverkäufe zurück. Die Prognose für 2026 steht noch aus, aber Hudson geht davon aus, dass sich die Nachfrage mittelfristig stabilisieren wird. Auch Pfizer-Chef Albert Bourla äußerte sich frustriert über die wissenschaftlich unhaltbare Impfpolitik.
Übernahmen jetzt günstig möglich
Interessanterweise sieht Hudson in der aktuellen Unsicherheit auch Chancen. Wer kurzfristig denkt, zieht sich zurück. Wer langfristig plant, kann jetzt im Impfstoffsektor günstig einkaufen. Weniger Bieter bedeuten bessere Konditionen bei Übernahmen. Sanofi scheint sich hier zu positionieren.
Ab 2027 oder 2028 könnten kombinierte Grippe-COVID-Impfstoffe für neuen Schwung sorgen, besonders bei älteren Patienten. Die Frage ist nur, ob bis dahin das Vertrauen in Impfungen wieder hergestellt ist. Die politische Stimmung in den USA bleibt jedenfalls ein Risikofaktor für alle Impfstoffhersteller. China könnte für Sanofi zum wichtigeren Markt werden, wenn die USA weiter auf Konfrontationskurs gehen.
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