Gleich zwei bedeutende Produktnachrichten treiben Sandoz am heutigen Freitag an: Der Schweizer Arzneimittelhersteller hat in Kanada die Marktzulassung für ein Semaglutid-Generikum erhalten und baut parallel dazu seine Biosimilar-Pipeline über eine weltweite Vereinbarung mit mAbxience aus. Vorbörslich legt die Aktie um 5,1 Prozent auf 74,98 Euro zu.
Zulassung für Ozempic-Generikum in Kanada
Die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada erteilte Sandoz die Zulassung für ein Nachahmerpräparat von Ozempic, dem Diabetes-Blockbuster von Novo Nordisk.
Das Präparat auf Basis des Wirkstoffs Semaglutid ist als wöchentliche subkutane Injektion in drei Dosierungen und über zwei Pen-Varianten für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes freigegeben. In Kanada machen Typ-2-Erkrankungen schätzungsweise 90 bis 95 Prozent aller Diabetesfälle aus, bei fast sechs Millionen Betroffenen insgesamt.
Das Marktpotenzial im GLP-1-Segment ist beträchtlich. Das kanadische Marktvolumen wird auf rund 2,6 Milliarden US-Dollar taxiert, wobei jährlich fast zwölf Millionen Semaglutid-Injektionspens abgesetzt werden. Auf die finanzielle Jahresprognose des Konzerns für 2026 hat die Zulassung laut Unternehmensangaben keinen Einfluss.
Lizenzabkommen für Hemlibra-Biosimilar
Zeitgleich treibt Sandoz die Ausweitung seines Biosimilar-Portfolios voran. Das Unternehmen schloss eine Lizenz-, Entwicklungs- und Vermarktungsvereinbarung mit mAbxience für ein Biosimilar des Wirkstoffs Emicizumab. Das Referenzpräparat Hemlibra des Schweizer Pharmakonzerns Roche wird zur Behandlung der Hämophilie A eingesetzt und adressiert einen globalen Markt von geschätzten 5,7 Milliarden US-Dollar.
Im Rahmen der Partnerschaft übernimmt der Entwicklungspartner mAbxience die Herstellung und Entwicklung, während Sandoz die weltweiten Vermarktungsrechte hält. Ausgenommen sind lediglich Argentinien, Uruguay und Paraguay. Die finanziellen Rahmenbedingungen des Abkommens blieben vertraulich.
Durch diesen Schritt vergrößert sich die Biosimilar-Pipeline des Unternehmens auf nunmehr 40 Wirkstoffkandidaten.
Ausbau der europäischen Antibiotikaproduktion
Neben den Fortschritten bei Biopharmazeutika stärkt Sandoz auch das europäische Produktionsnetzwerk für Standardmedikamente. Kundl gilt als europaweit einziger Standort, an dem Penicillin-Arzneimittel durchgehend vom eigentlichen Wirkstoff bis zur fertigen Tablette produziert werden.
Mit dem heutigen vorbörslichen Kursplus setzt die Aktie ihre positive Entwicklung fort und liegt seit Jahresanfang nun 21 Prozent im Plus. Die jüngsten Schritte unterstreichen die Strategie, margenstarke Biosimilars mit der Grundversorgung im Generikasegment zu kombinieren.
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