Ausgerechnet in einem Quartal mit Rekordzahlen bricht der ausgewiesene Gewinn ein. Sandoz zeigt an diesem Mittwoch, wie widersprüchlich sich eine Bilanz lesen kann — und die Börse honoriert trotzdem die Story hinter den Zahlen. Am Schweizer Aktienmarkt gehört das Papier zu den klaren Tagesgewinnern, während der SMI insgesamt einen Teil seiner Anfangsgewinne wieder abgibt.
Der Blick auf die operative Entwicklung erklärt die positive Reaktion. Die Biosimilar-Sparte legte im zweiten Quartal um 22 Prozent zu und übertraf damit die Analystenschätzungen deutlich. Die neueren Medikamente erreichten mit einem Drittel des Konzernumsatzes einen Rekordanteil — ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 30 Prozent. Der Konzernumsatz kletterte im Quartal auf 3,005 Milliarden Dollar und lag damit über dem Konsens von rund 2,99 Milliarden Dollar.
Generika kehren zum Wachstum zurück
Auch das Generika-Geschäft, im ersten Quartal noch rückläufig, drehte im zweiten Quartal ins Plus — währungsbereinigt um 1 Prozent. Sandoz begründet die vorherige Schwäche mit temporären Effekten im B2B-Geschäft mit Antiinfektiva. Für das erste Halbjahr insgesamt stieg der Umsatz um 10,1 Prozent auf 5,761 Milliarden Dollar, die operative Marge (Core-EBITDA) verbesserte sich auf 20,9 Prozent von 20 Prozent im Vorjahr.
Beim Gewinn klafft die Bilanz allerdings deutlich auseinander. Nach US-GAAP fiel der Nettogewinn im Halbjahr auf 109 Millionen Dollar beziehungsweise 0,25 Dollar je Aktie, nach 377 Millionen Dollar beziehungsweise 0,87 Dollar im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Sondereffekte weist Sandoz dagegen einen Gewinn von 750 Millionen Dollar oder 1,71 Dollar je Aktie aus — nahezu exakt der von Analysten erwartete Wert. Die große Lücke zwischen ausgewiesenem und bereinigtem Ergebnis deutet auf einmalige Belastungen hin, die im operativen Geschäft keine Rolle spielen.
Sandoz bestätigte die Jahresprognose für 2026: ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sowie eine Margenausweitung von rund 100 Basispunkten. Beim Preisdruck rechnet der Konzern nun mit einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich, etwas mehr als zuvor erwartet — Marktdynamiken in Deutschland stehen dabei einer starken Biosimilar-Performance in Nordamerika gegenüber.
Jefferies bestätigte sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 82 Schweizer Franken und verwies auf den rund zehnprozentigen Kursrückgang der vergangenen vier Wochen. Die Analysten erwarten, dass der Markt angesichts der Zahlen aufatmet und den Blick nun auf die Wachstums- und Margendynamik im zweiten Halbjahr richtet.
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