Sandoz wächst, doch nicht schnell genug für die bisherigen Pläne. Der Basler Konzern stutzt sein Umsatzziel für 2026, hebt dafür aber die Margenprognose an. Die Aktie gab am Mittwochvormittag im Schweizer Handel zeitweise rund 4 Prozent nach und notierte bei 78,54 Franken.
Biosimilars legen zu, Generika stagnieren
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 2,94 Milliarden Dollar, währungsbereinigt waren es 5 Prozent. Die Biosimilar-Sparte wuchs um 16 Prozent auf knapp eine Milliarde Dollar. Das Generika-Geschäft schrumpfte dagegen leicht um 1 Prozent. Dort belastet vor allem der anhaltende Preisverfall bei wichtigen Penicillin-Wirkstoffen.
Über die ersten neun Monate legte der Erlös um 8 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar zu. Zu konstanten Wechselkursen blieben 5 Prozent.
Lieferengpässe und Deutschland dämpfen
Den Grund für die gesenkte Umsatzprognose liefert paradoxerweise die starke Biosimilar-Nachfrage. Sie führte in Europa und in internationalen Märkten zu kurzfristigen Lieferengpässen. Hinzu kommen schwierigere Marktbedingungen in Deutschland als erwartet.
Sandoz erwartet für 2026 nun ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 5 bis 6 Prozent. Bisher standen mittlere bis hohe einstellige Zuwachsraten im Plan.
Marge mit Rückenwind
Beim Ertrag fällt die Korrektur positiv aus. Der günstigere Umsatzmix mit mehr höhermargigen Biosimilars und die zuletzt stärkere operative Leistung treiben die Profitabilität. Die Kern-Ebitda-Marge soll 2026 bei 23,0 bis 23,5 Prozent liegen.
Zuvor hatte das Management einen Anstieg um rund 100 Basispunkte auf der Basis von 21,7 Prozent im Jahr 2025 in Aussicht gestellt. Das entspräche etwa 22,7 Prozent, die neue Spanne liegt darüber.
Die Anpassung ändert nichts an den mittelfristigen Zielen. Der Ausblick bis 2028 und die kürzlich vorgestellten Ziele bis 2030 bleiben nach Unternehmensangaben unverändert.
Die Börse honoriert die höhere Marge vorerst nicht. Vor der Zahlenvorlage hatte die Aktie am Dienstag bei 82,10 Franken geschlossen. Am Mittwoch lag sie deutlich darunter, weil das gekappte Umsatzziel schwerer wiegte. Ob die Lieferengpässe bei den Biosimilars bald nachlassen, entscheidet darüber, wie viel Umsatz Sandoz im Schlussquartal noch heben kann.
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