Die Aktien von SanDisk verzeichnen am heutigen Dienstag einen deutlichen Rücksetzer, da ein massiver Anstieg der US-Anleiherenditen die jüngste Rally im Halbleitersektor ausbremst. Während die fundamentalen Aussichten des Speicherspezialisten durch prall gefüllte Auftragsbücher ungetrübt erscheinen, sorgt das makroökonomische Umfeld für Gewinnmitnahmen bei hoch bewerteten Technologiewerten.
Makroökonomischer Gegenwind bremst Speicher-Rally
Der Kurs der Sandisk-Aktie notiert aktuell bei 1.410,00 €, was einem Rückgang von 9,0 % entspricht. Auslöser für diesen Abwärtsdruck ist primär der Rentenmarkt in den USA. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen kletterte heute auf rund 5,33 %, den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Steigende Zinsen belasten tendenziell Wachstumsaktien, da sie die Bewertung zukünftiger Cashflows diskontieren.
Dieser Trend erfasste heute den gesamten Sektor der Speicherlösungen. Neben SanDisk gaben auch Wettbewerber wie Micron und Western Digital deutlich nach. Marktbeobachter führen die Nervosität zudem auf eskalierende geopolitische Spannungen zurück, nachdem ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran ausgelaufen ist, was die Ölpreise stützte und Inflationssorgen befeuerte.
Rekord-Auftragsbestand als fundamentale Stütze
Trotz der aktuellen Kursverluste verweisen Analysten auf die starke operative Verfassung des Unternehmens. CFO Luis Visoso präsentierte erst am 13. August Details zu einem massiven Auftragsbestand von insgesamt 93,9 Milliarden US-Dollar.
Davon entfallen etwa 91,1 Milliarden US-Dollar auf noch nicht realisierte Umsätze, die durch Finanzgarantien in Höhe von 16,5 Milliarden US-Dollar abgesichert sind. Das Unternehmen strebt bis zum Zeitraum 2028-2030 eine Bruttomarge von etwa 80 Prozent an.
Diese langfristigen Verträge mit acht großen Rechenzentrum-Betreibern, darunter drei US-Hyperscaler, sichern SanDisk signifikante Kapazitäten für die kommenden Jahre. Im vierten Geschäftsquartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 8,97 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 372 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn pro Aktie (EPS) belief sich in diesem Zeitraum auf 43,97 US-Dollar.
Analysten halten an optimistischen Prognosen fest
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt SanDisk bereits einen weiteren Umsatzanstieg auf eine Spanne zwischen 10,3 Milliarden und 10,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Analysten von JPMorgan bewerten die Aktie weiterhin mit „Overweight“ und rufen ein Kursziel von 2.250 US-Dollar auf. Sie sehen im KI-gesteuerten Bedarf an NAND-Speicher einen neuen Superzyklus, der die Profitabilität langfristig stützen dürfte.
Auch andere Häuser wie New Street Research oder Wedbush äußerten sich zuletzt positiv, wobei die Kursziele teilweise bis zu 3.000 US-Dollar reichen. Das Papier liegt trotz der heutigen Korrektur noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.060,00 €, von dem es aktuell etwa 32 % entfernt ist.
Auf Jahressicht gehört der Titel mit einem Plus von über 600 Prozent weiterhin zu den Spitzenreitern am US-Markt, was die heutige Reaktion primär als technische Korrektur im Rahmen eines schwierigen Marktumfelds erscheinen lässt.
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