Sandisk verliert an einem einzigen Handelstag über vier Prozent. Die Aktie schließt am Freitag bei 1.190,00 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 29,17 Prozent, auf Monatssicht sogar von 30,41 Prozent zu Buche.
Der Speicherchip-Hersteller sackte am 17. Juli bis auf 1.130,00 Euro ab, ein neues 52-Wochen-Tief. Vom Rekordhoch bei 2.060,00 Euro aus dem Juni trennen die Aktie damit noch immer 42,23 Prozent. Ausgerechnet in dieser Talfahrt taucht ein neuer Auftrag auf, der die Story komplett verändern könnte.
Ausverkauf trifft die ganze Branche
Der Kurssturz bei SanDisk steht nicht isoliert da. Die gesamte Speicherchip-Branche geriet unter Druck, ausgelöst durch einen Tech-Ausverkauf bei Chipherstellern. SK Hynix verlor fünf Prozent, Western Digital vier Prozent, SanDisk selbst zeitweise rund zwölf Prozent.
Geopolitische Spannungen und wachsende Sorgen um das Angebot drückten auf die Stimmung. Das erstaunliche daran: Die Nachfrage nach KI-Speicherchips bleibt eigentlich hoch. An einem einzelnen Handelstag rutschte die Aktie um weitere sieben Prozent ab, wegen Sorgen um schwächere Flash-Speicher-Nachfrage und sinkende Preise. Tags zuvor hatte sie noch kräftig zugelegt. Diese Gegensätze zeigen: Der Markt sucht gerade nach seiner Richtung.
Meta wird zum Schlüsselkunden
Mitten in diesem Auf und Ab platzt eine Nachricht in den Markt, die Optimisten neue Argumente liefert. Ein internes Meta-Memo, das Reuters vorliegt und über das Motley Fool berichtete, zeigt: Meta will ab September einen eigenen KI-Chip produzieren. Damit soll die KI-Rechenkapazität bis nächstes Jahr auf 14 Gigawatt verdoppelt werden. SanDisk gehört zu den Zulieferern, die diese Chip-Entwicklung unterstützen.
Das Memo nennt zudem eine langfristige Liefervereinbarung. Meta sichert sich darüber Flash-Speicher für seine Rechenzentren direkt bei SanDisk. Der Hintergrund: Speicherchips sind knapp. SK Hynix rechnet damit, dass dieser Engpass vier bis fünf Jahre anhalten könnte. Die Wafer-Nachfrage soll das Angebot um 20 Prozent übersteigen. Genau deshalb sichern sich große Tech-Konzerne wie Meta frühzeitig langfristige Lieferzusagen.
Auftragspipeline wächst weiter
SanDisk hatte im vergangenen Quartal bereits eine Auftragspipeline im Wert von 42 Milliarden Dollar offengelegt. Das liegt deutlich über dem Zwölf-Monats-Umsatz von 13,2 Milliarden Dollar. Zwei weitere Deals, die nach Ende des Geschäftsjahres abgeschlossen wurden, sind darin noch gar nicht eingepreist. Weitere Verträge, darunter der mit Meta, dürften die Pipeline zusätzlich vergrößern.
Ein Detail sticht bei den langfristigen Lieferverträgen besonders heraus: SanDisk hat variable Preisklauseln eingebaut. Steigen die Marktpreise für Speicherchips weiter, profitiert das Unternehmen direkt davon. Bei einem strukturellen Angebotsengpass, wie ihn SK Hynix für die kommenden Jahre erwartet, kann sich das auszahlen.
Analysten bleiben zuversichtlich, mit Vorbehalt
Goldman-Sachs-Analyst James Schneider hob sein Kursziel für SanDisk erst kürzlich an. Er erwartet ein sehr starkes Quartal, getrieben von anhaltender NAND-Knappheit. Als Grund nennt er positive Aussagen des Managements der vergangenen Wochen sowie ermutigende Signale aus neuen Kundenverträgen, die nach den Micron-Zahlen bekannt wurden.
Nicht alle sehen das genauso optimistisch. Argus Research nahm die Coverage kürzlich mit einer vorsichtigen Einschätzung auf. Die Analysten warnen vor einem erhöhten Risiko nachlassender Nachfrage, selbst nach der starken Rally seit der Abspaltung von Western Digital.
Charttechnisch signalisiert ein RSI von 38,8 eine neutrale bis leicht überverkaufte Lage. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 143,12 Prozent zeigt, wie nervös der Handel aktuell verläuft.
Am 5. August legt SanDisk seine Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor. Nur acht Tage später, am 13. August, folgt der Investorentag. Dort dürfte das Management seine mehrjährige Auftragspipeline und die langfristigen Finanzziele weiter konkretisieren.
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