Ein neuer Analyst betritt die Bühne – und traut Sandisk noch einmal deutlich mehr zu. Rosenblatt Securities hat die Beobachtung der Aktie aufgenommen und direkt mit einem Kursziel von 2.400 US-Dollar aufgewartet. Nach einer Rally, die das Papier seit Jahresbeginn bereits um mehrere hundert Prozent nach oben getrieben hat, ist das eine bemerkenswerte Ansage.
Analyst Kevin Cassidy begründet seine Einschätzung nicht mit kurzfristiger Euphorie, sondern mit einer strukturellen Verschiebung im Speichermarkt. Größere KI-Modelle und Inferenz-Workloads würden zunehmend Dichte, Leistung und Versorgungssicherheit über den reinen Preis stellen.
Genau hier soll Sandisks gemeinsam mit dem japanischen Partner Kioxia entwickelte Technologie-Roadmap ansetzen: Die Architekturen BiCS8 und BiCS10 sollen höhere Speicherdichte bei vergleichsweise günstigen Kosten ermöglichen.
Rechenzentren als Wachstumsmotor
Cassidy rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2027 mit einem Rechenzentrums-Umsatz von 21,7 Milliarden US-Dollar, der im Geschäftsjahr 2028 auf 28,6 Milliarden US-Dollar steigen soll.
Untermauert wird die Prognose durch acht neue Geschäftsmodell-Vereinbarungen mit großen NAND-Kunden, die die Nachfragesichtbarkeit erhöhen und die Zyklusvolatilität im Speichermarkt dämpfen könnten – ein Punkt, der historisch immer wieder für heftige Kursschwankungen bei Speicherherstellern gesorgt hat.
Ein gespaltenes, aber optimistisches Analystenbild
Mit seinem Optimismus steht Rosenblatt nicht allein da. Susquehanna sieht ein Kursziel von 2.745 US-Dollar, Bernstein sogar 3.000 US-Dollar, während Citi mit 2.100 US-Dollar vorsichtiger bleibt. Der breitere Analystenkonsens stuft die Aktie mit Strong Buy ein, bei einem mittleren Kursziel von 2.195 US-Dollar – die Spanne zeigt, wie unterschiedlich die Erwartungen an das Tempo der KI-getriebenen Nachfrage ausfallen.
Zusätzlichen Rückenwind liefert die Index-Landschaft: Sandisk wurde am Montag gemeinsam mit Dell Technologies, Palo Alto Networks und Arista Networks in den S&P 100 aufgenommen, nachdem das Unternehmen bereits im November 2025 den Sprung in den S&P 500 geschafft hatte. Solche Aufnahmen ziehen oft zusätzliches Kapital von Indexfonds an, die die Zusammensetzung nachbilden müssen.
Ob sich die ambitionierten Kursziele der Analysten erfüllen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die angekündigten Geschäftsmodell-Vereinbarungen in den kommenden Quartalszahlen niederschlagen – insbesondere im Segment Rechenzentren, das zuletzt das stärkste Wachstumstempo im gesamten Unternehmen vorgelegt hat.
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