Die Nervosität im Halbleiterbereich hat die Papiere von Sandisk eingeholt. Schwächere Spotpreise für NAND-Flash und wachsende Sorgen um das Tempo der Nachfrage nach Speicherlösungen lösten am Donnerstag einen breit angelegten Ausverkauf bei Speicher- und KI-Technologiewerten aus. Zudem belasteten nach Berichten der Nachrichtenagentur AP steigende Ölpreise sowie unruhige Anleiherenditen die Stimmung am Markt für Technologietitel spürbar.
Im deutschen Handel gab der Kurs am Freitag um 1,4 Prozent auf 1.420,00 Euro nach. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich der Rückgang inzwischen auf 6,6 Prozent.
Management setzt auf Boom durch Rechenzentren
Dem kurzfristigen Druck auf die Spotmärkte stellte das Unternehmen am Mittwoch eine langfristige Brancheneinschätzung gegenüber. In einem Beitrag auf der Unternehmenswebsite argumentierte SanDisk, dass der rasant steigende Bedarf an Speicher für Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz sowie in Rechenzentren die grundlegende Ökonomie des NAND-Marktes neu ausrichte.
Nach Einschätzung des Managements könnte das weltweite Marktvolumen für Flash-Speicher im Jahr 2026 die Marke von $300 Milliarden übersteigen. Für das Jahr 2027 sei sogar ein Anstieg in Richtung von $500 Milliarden denkbar. Bei diesen Zahlen handelt es sich um eine strategische Branchenperspektive und ausdrücklich nicht um eine neue finanzielle Unternehmensprognose für die kommenden Quartale.
Die Branchenverschiebung sorgt an der Wall Street für differenzierte Einschätzungen. Am Montag passte das Analysehaus Mizuho die Bewertung an. Analyst Vijay Rakesh hob das Kursziel für SanDisk von $1.875 auf $2.050 an und bestätigte seine Kaufempfehlung. Seine Argumentation stützte sich dabei auf die künftige Speichernachfrage im Zusammenhang mit sogenannten Agentic-AI-Architekturen.
Quartalszahlen am 29. Oktober
Klarheit über die tatsächliche Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahresviertel erhalten die Marktteilnehmer in Kürze. SanDisk gab bekannt, die Bilanz für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 am 29. Oktober vorzulegen. Die begleitende Telefonkonferenz für Analysten und Investoren ist für 13:30 Uhr pazifischer Zeit angesetzt.
Bis zur Veröffentlichung dieser Kennzahlen dürften die Schwankungen der NAND-Preise die Richtung vorgeben. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.060,00 Euro bleibt das Papier derzeit ein gutes Stück entfernt, während die Anleger abwägen, wie schnell sich die milliardenschweren Ausgaben für KI-Infrastruktur in den tatsächlichen Bestellbüchern niederschlagen.
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