SANDISK Aktie: Manager verkaufen, Kurs klettert weiter

Symbolbild, KI-generiert

SanDisk meldet starkes Datacenter-Wachstum, hohe Margen und neue Verträge, während Führungskräfte Aktien im Millionenwert veräußern.

Auf einen Blick:
  • Manager verkaufen Aktien für Millionenbeträge
  • Datacenter-Umsatz erreicht drei Milliarden Dollar
  • NBM-Verträge sollen bis 2028 wachsen
  • Analysten erhöhen ihre Kursziele

Während Sandisk seine Wachstumsstory beim Citi-Technologiekongress in leuchtenden Farben zeichnet, trennen sich gleich mehrere Führungskräfte von Millionenpaketen eigener Aktien. Der Kontrast wirft Fragen auf, auch wenn die Verkäufe formal automatisiert abliefen.

Chief Legal Officer Bernard Shek verkaufte am 8. September Aktien im Wert von rund 4,08 Millionen Dollar, nachdem er bereits am 3. September Papiere für 3,53 Millionen Dollar abgestoßen hatte. Chief Technology Officer Alper Ilkbahar trennte sich am selben Tag von Aktien im Gesamtwert von rund 7,9 Millionen Dollar.

Beide Transaktionen liefen über Rule-10b5-1-Handelspläne, die bereits Monate zuvor aufgesetzt wurden — solche Pläne sind automatisiert und lassen keine Rückschlüsse auf spontane Stimmungen der Manager zu.

Die Verkäufe fallen in eine Phase, in der die Aktie ein außergewöhnliches Jahr hinter sich hat: Der Kurs verzeichnet ein Plus von über 2.000 Prozent binnen zwölf Monaten. Nach einem solchen Lauf sind Gewinnmitnahmen von Insidern wenig überraschend.

Datacenter-Geschäft als Wachstumsmotor

Auf der Citi-Konferenz lieferte Finanzchef Luis Russo die fundamentale Gegenerzählung zu den Insiderverkäufen. Das Datacenter-Geschäft erreichte im vergangenen Quartal einen Umsatz von 3 Milliarden Dollar, das entspricht 38 Prozent des Gesamtgeschäfts. Russo sieht hier Potenzial bis 50 Prozent, sollte sich der Markt wie erwartet entwickeln.

Kern der neuen Strategie sind sogenannte NBM-Verträge — langfristige Abnahmevereinbarungen mit Preisbändern statt der bisherigen Quartalsverhandlungen. Bis Ende des Geschäftsjahres 2028 sollen 50 Prozent aller verkauften Bits über solche Verträge laufen. Bereits zwei Großkunden haben ihre ursprünglichen NBM-Vereinbarungen nachverhandelt — einer verlängerte die Laufzeit, ein anderer erhöhte das Volumen deutlich.

Die Margen bei diesen Verträgen bleiben selbst am unteren Preisband bei rund 80 Prozent. Im vergangenen Quartal erwirtschaftete SanDisk einen freien Cashflow von 5 Milliarden Dollar, wovon 4,5 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückflossen.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Mehrere Investmenthäuser reagierten zuletzt mit angehobenen Kurszielen. Goldman Sachs nennt 2.200 Dollar, Mizuho 1.900 Dollar, während RBC Capital und Argus bei 1.600 Dollar liegen — die Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich der weitere Kursspielraum eingeschätzt wird, selbst bei geteiltem Optimismus.

Moody’s hob zudem das Corporate-Family-Rating auf Ba1 an und verwies auf die schuldenfreie Bilanz des Unternehmens bei einem Kassenbestand von 4,8 Milliarden Dollar.

Für die Zukunft setzt SanDisk auf die neue HBF-Speichertechnologie, die näher am Prozessor sitzen und Inferenz-Workloads beschleunigen soll. Erste Produkte sollen Kunden 2027 erreichen, entwickelt gemeinsam mit einem Konsortium aus SK Hynix, Google und Meta. Russo betonte, das Unternehmen wolle Nachfrage und Kapazität bewusst im Gleichgewicht halten, um die aktuell attraktive Preisdynamik nicht durch Überinvestitionen zu gefährden.

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