Manchmal sieht ein Angebot auf den ersten Blick aus wie ein gutes Geschäft. 1.150 Dollar je Aktie, das klingt nach einer runden Zahl mit Substanz. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell, was Tutanota LLC hier treibt, und Sandisk hat das offenbar auch gemerkt.
Das Kleingedruckte macht den Unterschied
Der Haken steckt in der Bedingung. Tutanota zahlt die 1.150 Dollar nur dann, wenn die Sandisk-Aktie am letzten Handelstag vor Ablauf des Angebots tatsächlich über diesem Preis schließt. Tut sie das nicht und Tutanota verzichtet nicht auf diese Klausel, bekommen andienende Aktionäre schlicht weniger als der Markt gerade hergibt. Wer also andient und dann schlechter dasteht als jemand, der einfach an der Börse verkauft hätte, hat das Kleingedruckte nicht gelesen.
Hinzu kommt: Tutanota behält sich vor, das Angebot um bis zu 180 Tage zu verlängern. Wer seine Aktien einreicht, kann also monatelang auf sein Geld warten. Das ist kein Angebot, das Aktionäre bevorzugt.
SEC warnt, Sandisk warnt, alle warnen
Mini-Tender-Angebote wie dieses betreffen weniger als fünf Prozent der ausstehenden Aktien. Das ist kein Zufall, denn unterhalb dieser Schwelle greift ein Großteil der SEC-Schutzregeln für Anleger schlicht nicht. Die SEC selbst warnt seit Jahren, dass solche Angebote gezielt unterhalb des Marktpreises liegen können und Investoren in die Irre führen, wenn sie den Vergleich zum aktuellen Kurs nicht ziehen. Sandisk hat nun formal erklärt, keinerlei Verbindung zu Tutanota oder dessen Unterlagen zu haben, und rät Aktionären ausdrücklich, keine Schritte zu unternehmen. Wer seine Aktien bereits eingereicht hat, kann sie bis 20. Mai 2026, 17 Uhr Ostküstenzeit, zurückziehen.
Tutanota macht das öfter
Das ist kein Einzelfall. Tutanota hat ähnliche Mini-Tender-Angebote schon für Aktien verschiedener börsennotierter Unternehmen gemacht. Das Muster ist immer dasselbe: ein Preis, der attraktiv wirkt, Bedingungen, die ihn aushöhlen, und Fristen, die den Anbieter schützen, nicht den Aktionär. 100.000 Aktien, weniger als 0,07 Prozent der ausstehenden Sandisk-Papiere, sind das Ziel. Groß ist das Geschäft nicht. Aber der Schaden für unaufmerksame Aktionäre wäre es schon.
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