Cantor Fitzgerald macht ernst. Das Analysehaus hat das Kursziel für Sandisk von 1.800 auf 2.900 Dollar nach oben geschraubt. Die Einstufung bleibt „Overweight“. Eine klare Ansage – mitten in einer schwierigen Phase für die Aktie.
Denn der Speicherhersteller steht unter Druck. Am 5. Juni verlor das Papier 11,39 Prozent, schloss bei 1.559,32 Dollar. Im bisherigen Juni summiert sich das Minus auf acht Prozent. Kein Wunder, dass Anleger verunsichert sind.
Gegenwind von allen Seiten
Der gesamte Halbleitersektor kämpft. Auslöser: ein unerwartet starker US-Arbeitsmarktbericht für Mai. 172.000 neue Stellen statt der prognostizierten 80.000. Das heizt Zinsängste an – und belastet Tech-Werte besonders.
Hinzu kommen Signale aus der Branche. Broadcom hob seine AI-Chip-Prognose für 2026 nicht an. Zudem gibt es Hinweise, dass Nvidia die Speicherkonfiguration seiner nächsten Plattform ändern könnte – mit möglichen Folgen für die gesamte Memory-Nachfrage. Auch SanDisk spürt den Wind.
KI-Nachfrage brummt trotzdem
Die fundamentale Geschichte ist eine andere. Im Mai schoss die Aktie um 54,6 Prozent nach oben. Grund: der Quartalsbericht Ende April. SanDisk übertraf die Erwartungen deutlich – mit 23,41 Dollar Gewinn je Aktie bei 5,95 Milliarden Dollar Umsatz. Analysten hatten mit nur 14,66 Dollar Gewinn und 4,7 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Der Erlös stieg im Jahresvergleich um 251 Prozent.
Der Treiber: Künstliche Intelligenz. Datencenter brauchen massiv Speicher. SanDisks SSD-Geschäft profitiert direkt. Die Produktionskapazität für 2026 ist bereits komplett ausverkauft, auch für 2027 zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Ein mehrjähriger Wachstumszyklus zeichnet sich ab.
Für Anleger ergibt sich ein zwiespältiges Bild. Die fundamentale Nachfrage ist da – aber die makroökonomische Unsicherheit drückt kurzfristig auf den Kurs. Die Analysten von Cantor Fitzgerald setzen mit ihrem massiv angehobenen Kursziel ein klares Signal: Sie wetten auf die langfristige AI-Story. Bis zur nächsten Quartalsbilanz wird sich zeigen, ob der Markt folgt.
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