SANDISK Aktie: AMD-Deal löst Beben aus

SanDisk-Aktie fällt nach AMD-Deal um acht Prozent. Trotz Rekordumsätzen verunsichert die Übernahme von MEXT die Anleger.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch nach AMD-Übernahme
  • Umsatz im dritten Quartal verdoppelt
  • Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
  • Hohe Volatilität belastet Aktie

Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Sandisk klaffen fundamentale Stärke und Marktstimmung derzeit weit auseinander. Ein neuer Software-Deal von AMD sät Zweifel an der Zukunft bestimmter Speicherchips. Die Folge: Investoren ziehen massiv Kapital ab.

Der Speicherspezialist verliert am Montag knapp acht Prozent an Wert. Der Kurs rutscht auf 1.924,12 US-Dollar ab. Damit summiert sich das Minus der vergangenen sieben Tage auf über 15 Prozent. Auslöser ist keine eigene Unternehmensnachricht. Vielmehr sorgt die Übernahme von MEXT durch AMD für Unruhe.

Neue Spielregeln im Rechenzentrum

MEXT entwickelt Software zur Speicheroptimierung. Die Technologie soll Flash-Speicher ähnlich schnell wie teuren DRAM-Speicher machen. Das Ziel: Rechenzentren sollen effizienter arbeiten. Der Markt bewertet nun die Folgen für die Nachfrage nach NAND-Speichern neu. Einige Beobachter sehen darin eine Aufwertung für Hochleistungs-Flash in Unternehmensnetzwerken. Andere fürchten künftigen Preisdruck bei der Hardware.

Operativ läuft es für SanDisk hervorragend. Im dritten Quartal stieg der Umsatz sequenziell um 97 Prozent. Er erreichte 5,95 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn lag bei rund 3,6 Milliarden US-Dollar.

Besonders das Geschäft mit Rechenzentren explodierte förmlich. Hier kletterten die Erlöse um 233 Prozent. Für das vierte Quartal rechnet das Management mit weiteren Zuwächsen. Der Umsatz soll auf rund acht Milliarden US-Dollar steigen.

Kursziele hinken der Realität hinterher

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Von 25 Experten raten 21 zum Kauf der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel hinkt der rasanten Rally jedoch hinterher. Es liegt bei gut 1.603 US-Dollar.

Das erklärt die aktuelle Anfälligkeit für Gewinnmitnahmen. Trotz des jüngsten Rücksetzers steht seit Jahresbeginn ein Kursplus von fast 600 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Aktie notiert rund 18 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Juni.

Die extreme Schwankungsbreite bleibt den Papieren vorerst erhalten. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 123 Prozent belegt die hohe Nervosität im Handel. Der Markt preist derzeit die langfristigen Auswirkungen der neuen Software-Architekturen auf den Speichermarkt ein. Bis sich hier ein klarer Konsens bildet, bestimmen schnelle Richtungswechsel das Bild.

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