SanDisk Aktie: 93,9-Milliarden-Verträge schützen vor Zyklus

Symbolbild, KI-generiert

Langfristige NBM-Vereinbarungen sichern einen großen Teil der erwarteten Speichermengen für 2027 und 2028 ab.

Auf einen Blick:
  • Sandisk-Aktie gab 5,3 Prozent nach
  • NBM-Verträge umfassen 93,9 Milliarden US-Dollar
  • Mehr als die Hälfte der 2027-Volumina abgedeckt
  • Citi erwartet starkes KI-Investitionswachstum

Gestern gerieten Halbleiter- und Speicherwerte weltweit unter Verkaufsdruck, und auch die Aktie von Sandisk büßte im Handel 5,3 Prozent ein und ging bei 1.440,00 Euro aus dem Markt. Auslöser für den Rückschlag waren Zweifel an der weiteren Dynamik des KI-Ausbaus und vorsichtigere Töne im Sektor.

Für mich greift dieser Abverkauf jedoch zu kurz. Anleger verwechseln hier eine überfällige Konsolidierung nach einer extremen Kursrally mit einem echten Bruch der fundamentalen Nachfrage.

Zweifel an der KI-Monetarisierung schüren Nervosität

Der Grund für die gestrige Skepsis lag vor allem in gedämpften Erwartungen an die finanzielle Durchschlagskraft von KI-Anwendungen. Medienberichten zufolge bezifferte OpenAI seinen annualisierten Umsatz per Ende September auf rund 50 Milliarden US-Dollar.

Da Teile des Marktes zuvor mit bis zu 68 Milliarden gerechnet hatten, keimten prompt Sorgen auf, ob die Betreiber von Rechenzentren ihre immensen Hardwareausgaben im bisherigen Tempo fortsetzen können. Zudem blieben die vorläufigen Quartalserlöse von Samsung hinter manchen Schätzungen zurück, was den gesamten Speichermarkt belastete.

Dass der Markt nach monatelangen Kursanstiegen empfindlich auf solche Nachrichten reagiert, überrascht nicht. Wer auf extrem hohen Bewertungsmultiplikatoren sitzt, verzeiht keine Wachstumsdelle. Doch die Furcht vor einem abrupten Ende des Ausbauzyklus halte ich für überzogen. Bei genauerem Hinsehen wächst der Umsatz der KI-Pioniere nach wie vor rasant, wenn auch nicht mehr völlig losgelöst von jeder Realität.

Solide Lieferverträge dämpfen das Zyklusrisiko

Gegen einen nachhaltigen Einbruch des Speicherbedarfs sprechen vor allem die mittelfristigen Investitionspläne der großen Technologiekonzerne. Die Analysten der Citi rechnen für 2026 mit einem weltweiten Wachstum der KI-Investitionen von rund 106 Prozent, gefolgt von weiteren 56 Prozent im Jahr 2027. Auch auf der Angebotsseite droht keineswegs sofort ein ruinöses Überangebot. So erwartet Lynx-Analyst KC Rajkumar für die Jahre 2027 und 2028 eine spürbar knappere Speicherversorgung als im Geschäftsjahr 2026.

Hinzu kommt die spezifische Absicherung von SanDisk: Das Unternehmen hat langfristige NBM-Lieferverträge über 93,9 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Diese Vereinbarungen decken mehr als die Hälfte der für das Geschäftsjahr 2027 erwarteten Bit-Volumina und rund zwei Drittel für 2028 ab. Ein derart massiver Auftragsbestand schützt vor den berüchtigten zyklischen Einbrüchen der Chipbranche, die Anlegern früher regelmäßig die Rendite verhagelten.

Wer jetzt hektisch Speicheraktien abstößt, ignoriert diese strukturelle Veränderung. Die vertraglichen Zusagen und die anhaltende Umrüstung der Rechenzentren auf schnellere Speichermedien verschaffen dem Konzern eine Visibilität, von der man in früheren Zyklen nur träumen konnte.

Fazit: Die Fundamentaldaten tragen weiter

Mit dem gestrigen Rücksetzer notiert das Papier nun 30 Prozent unter seinem Rekordniveau. Die Korrektur bereinigt überzogene kurzfristige Spekulationen, ändert aber wenig an den hervorragenden Aussichten für die kommenden Quartale.

Unterm Strich überwiegen für mich die Chancen die Risiken deutlich. Solange die vertraglichen Vereinbarungen Bestand haben und die Nachfrage nach Speicherhardware für KI-Cluster ungebrochen bleibt, dürfte sich die aktuelle Schwächephase als temporäre Delle erweisen. Nervöse Marktteilnehmer lassen sich von verfehlten Maximalerwartungen treiben, während besonnene Beobachter die langfristige Ertragskraft im Blick behalten.

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