SANDISK Aktie: 93,9 Milliarden Dollar gesichert

SanDisk verzeichnet Rekordumsatz und -gewinn, doch die Prognose enttäuscht Anleger. Die Aktie fällt weiter, während langfristige Verträge die Zyklik brechen sollen.

Auf einen Blick:
  • Umsatz steigt um 372 Prozent
  • Prognose verfehlt Markterwartungen leicht
  • Langfristige Verträge sichern Milliardenumsätze
  • Investorentag am 13. August erwartet

Sandisk kommt nach der jüngsten Vorlage der Quartalszahlen nicht zur Ruhe. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.050,00 Euro und verlor auf Tagesbasis 4,55 Prozent. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der den Speicherchip-Hersteller inzwischen fast die Hälfte seines Bewertungshochs gekostet hat.

Rekordumsatz kann Anleger nicht überzeugen

Die Geschäftszahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 3. Juli endete, fielen auf den ersten Blick beeindruckend aus. SanDisk steigerte den Umsatz um 372 Prozent auf rund 9 Milliarden Dollar und wies einen Gewinn pro Aktie von 39,25 Dollar aus, nach 0,29 Dollar im Vorjahresquartal. Die bereinigte Bruttomarge kletterte auf 84,6 Prozent, verglichen mit 26,2 Prozent ein Jahr zuvor. Der Rechenzentrumsumsatz verdoppelte sich sequenziell und erreichte knapp 3 Milliarden Dollar, was inzwischen 38 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. Der Edge-Bereich legte um 392 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar zu, während das klassische Consumer-Geschäft mit 556 Millionen Dollar leicht rückläufig war.

Trotz dieser Wachstumsraten reagierten Investoren mit Verkäufen. Der Grund liegt in der Prognose für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027: Das Management stellt einen Umsatz zwischen 10,3 und 10,8 Milliarden Dollar in Aussicht, die Markterwartungen lagen je nach Erhebung zwischen 10,62 und 10,8 Milliarden Dollar. Für Anleger, die nach den vorangegangenen Kursgewinnen auf eine klare Übererfüllung gesetzt hatten, reichte das nicht aus.

Milliardenschwere Verträge sollen Zyklik brechen

Hinter den Zahlen steckt eine strukturelle Wette: SanDisk hat mittlerweile acht langfristige Abnahmeverträge abgeschlossen, die einen Mindestumsatz von 93,9 Milliarden Dollar sichern, flankiert von Vorauszahlungen der Kunden in Höhe von 16,5 Milliarden Dollar. Das Analysehaus Barclays verweist darauf, dass fünf neue NBM-Vereinbarungen hinzugekommen sind, die zusammen mit den bestehenden Verträgen einen offenen Auftragsbestand von 91 Milliarden Dollar ergeben und bereits die Hälfte der für das Geschäftsjahr 2027 geplanten Bit-Produktion sowie zwei Drittel der Produktion für 2028 vertraglich absichern. Genau dieses Argument nutzt das Unternehmen, um die klassische Zyklik der Speicherchip-Branche zu entkräften.

Auf technologischer Seite treibt SanDisk parallel die neue QLC-3D-NAND-Generation voran und hat gemeinsam mit SK hynix über das Open Compute Project die erste technische Spezifikation für den offenen High-Bandwidth-Flash-Standard veröffentlicht. An dem Konsortium sind auch Google und Tenstorrent beteiligt. Der Standard soll HBF als Ergänzung zu klassischem High Bandwidth Memory in KI-Beschleunigern etablieren und war Thema der Speicherbranchen-Konferenz FMS in Santa Clara Anfang August. Zusätzlich hat der Vorstand einen Aktienrückkauf über 20 Milliarden Dollar genehmigt.

Analysten uneins, Investorentag rückt in den Fokus

Die Einschätzungen am Markt gehen weit auseinander. Citi bezeichnet die Aussichten weiterhin als konstruktiv und verweist auf den anstehenden Investorentag am 13. August in New York, von dem sich viele Beobachter zusätzliche Details zur langfristigen Kapazitätsplanung erwarten. Der als einflussreich geltende Anleger und Analyst JR Research hat die Aktie jüngst auf Kaufen hochgestuft und sieht in SanDisk ein Investment in die KI-Infrastruktur, mit einem potenziellen adressierbaren Markt von 500 Milliarden Dollar bis 2027. Medienberichten zufolge liegt das durchschnittliche Kursziel der von Analysten beobachteten Einschätzungen bei 2.220 Dollar, mit einer deutlichen Mehrheit an Kaufempfehlungen gegenüber wenigen neutralen Einstufungen.

Die Kursdaten zeigen das Ausmaß der jüngsten Korrektur: Binnen 30 Tagen hat die Aktie 37,50 Prozent verloren, zum 52-Wochen-Hoch aus dem Juni beträgt der Abstand inzwischen 49,03 Prozent. Zugleich bleibt SanDisk-Vorstandschef David Goeckeler vorsichtig optimistisch für die Endgerätemärkte: Er rechnet 2026 mit einem Rückgang der PC- und Smartphone-Auslieferungen im mittleren zweistelligen Prozentbereich, erwartet aber ab 2027 eine Stabilisierung und wachsende Speicherkapazitäten pro Gerät. Für die weitere Kursentwicklung dürfte der Investorentag am 13. August damit zum nächsten wichtigen Prüfstein werden.

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