Fünf Analystenhäuser haben ihre Kursziele für Sandisk in den letzten 48 Stunden nach oben geschossen – und die Aktie reagiert. Gestern stieg der Titel um 5,4 Prozent auf 1.648,41 Dollar. Bank of America traut dem Speicherriesen jetzt 35 Prozent mehr zu als noch vor einer Woche.
Der Auslöser: ein radikaler Wandel im Geschäftsmodell. SanDisk hat fünf langfristige Verträge abgeschlossen, die dem Unternehmen 42 Milliarden Dollar garantierte Einnahmen sichern. Allein für 2027 sind bereits mehr als ein Drittel dieser Summe vertraglich festgeschrieben. Dazu kommen 400 Millionen Dollar an Vorauszahlungen und verbindliche Mindestabnahmen.
Kein Wunder, dass die Analysten ihre Prognosen anpassen. Bank of America erhöhte das Kursziel von 1.550 auf 2.100 Dollar. Mizuho geht sogar von 2.200 Dollar aus. Cantor Fitzgerald setzt mit 2.900 Dollar die höchste Marke – und sieht den „AI-Speicher-Boom“ erst in der Halbzeit.
Warum die Preise steigen – und bleiben
Der Hintergrund ist ein struktureller Engpass. Die Produktion von NAND-Speicherchips wird 2026 um fünf Prozent sinken. Neue Fabriken kommen frühestens 2028. Gleichzeitig steigt die Nachfrage: 27 Prozent mehr DRAM-Chips werden 2026 benötigt, NAND wächst um 18 Prozent. Die Folge: Die Preise für Speicherchips dürften bis Mitte 2027 weiter klettern.
SanDisk profitiert doppelt. Erstens von den höheren Preisen. Zweitens von der Planungssicherheit durch die neuen Verträge. Bank of America hat die Umsatzprognose für 2027 bereits von 37,7 auf 44 Milliarden Dollar angehoben. Der Gewinn pro Aktie soll von 153,59 auf 187,65 Dollar steigen.
Cashflow als neuer Trumpf
Die freien Cashflows sprechen eine klare Sprache. 27,5 Milliarden Dollar erwartet Bank of America für 2027 – 34,3 Milliarden für 2028. Das Unternehmen hat damit Spielraum für Aktienrückkäufe oder Übernahmen.
Aktuell raten 18 von 20 Analysten zum Kauf. Zwei bleiben bei „Halten“. Die jüngste Kurskorrektur von 15 Prozent vor dem aktuellen Anstieg könnte sich als Einstiegschance erweisen. Die Frage ist nur: Wie lange hält der Speicher-Boom an? Die Antwort liegt in den Fabriken – und die sind bis 2028 ausgebucht.
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