Sandisk bekommt einen neuen institutionellen Investor: Jupiter Topco LLC hat eine neue Beteiligung an dem Speicherchip-Hersteller offengelegt. Die Investmentfirma hält nun 155.696 Aktien im Wert von rund 353,7 Millionen Dollar, was einem Anteil von 0,11 Prozent entspricht. Der Einstieg fällt in eine Phase, in der SanDisk zwischen Wachstumsversprechen und regulatorischer Unsicherheit hin- und hergerissen wird.
Analysten sehen langfristiges Potenzial
Die Investmentbank JPMorgan hatte die Aktie am 14. August mit einem Overweight-Rating und einem Kursziel von 2.250 Dollar in die Coverage aufgenommen.
Kurz darauf lieferte Analyst Harlan Sur von JPMorgan am Dienstag eine Einschätzung zur Branchenlage nach: Steigende Kapitalrenditen aus KI-Investitionen bei Amazon und Microsoft dürften den Investitionszyklus bei Infrastruktur verlängern und damit die Nachfrage nach Speicherprodukten von Anbietern wie SanDisk stützen. China Renaissance zog am 19. August nach und erhöhte sein Kursziel auf 2.250 von zuvor 2.000 Dollar, bei weiterhin bestehender Kaufempfehlung.
Der aktuelle Kurs von 1.300,00 Euro liegt trotz eines Tagesplus von 2,4 Prozent noch deutlich unter diesen Zielmarken der Analysten und auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.421,30 Euro, was die Skepsis des Marktes gegenüber den optimistischen Prognosen widerspiegelt.
Investorentag und Rückschlag prägen das Bild
Den Hintergrund für die aktuelle Kursbewegung bildet weiterhin die Wachstumsstory, die SanDisk auf seinem Investorentag „In Focus 2026“ vor knapp zwei Wochen vorgestellt hatte: Für die Geschäftsjahre 2028 bis 2030 stellte das Unternehmen ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen zweistelligen Prozentbereich sowie eine non-GAAP-Bruttomarge von rund 80 Prozent in Aussicht. Zudem kündigte SanDisk an, die gesamten überschüssigen Barmittel an die Aktionäre zurückzugeben.
Raymond James reagierte darauf mit einer deutlichen Anhebung des Kursziels auf 2.000 von zuvor 1.470 Dollar, während RBC Capital Markets die neuen Ziele als über den bisherigen Schätzungen liegend und die Preisstrategie als tragfähig bezeichnete. Wells Fargo zeigte sich zurückhaltender und hob das Kursziel lediglich auf 1.550 von 1.400 Dollar bei einem Equal-Weight-Rating.
Diese positive Dynamik wurde am Montag jäh unterbrochen: Medienberichten zufolge erwägt die US-Regierung, Apple den Bezug von Speicherchips von den chinesischen Anbietern YMTC und CXMT zu gestatten. Die Nachricht löste einen branchenweiten Ausverkauf bei US-Speicherherstellern aus, SanDisk-Aktien brachen um 9 Prozent ein.
Die Sorge der Anleger: Chinesische Konkurrenz könnte die Preissetzungsmacht der etablierten Anbieter untergraben, gerade nachdem SanDisk erst wenige Tage zuvor mit dem Partner Kioxia die Entwicklung einer neunten Flash-Generation für KI-Rechenzentren angekündigt hatte.
Fundamentale Basis bleibt stark
Operativ liefert SanDisk derzeit Zahlen, die die langfristigen Ziele untermauern. Im vierten Geschäftsquartal, das das Unternehmen Anfang August vorlegte, stieg der Umsatz auf 8,96 Milliarden Dollar, ein Plus von 371,59 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der non-GAAP-Gewinn je Aktie von 39,25 Dollar übertraf die Konsensschätzung von 33,28 Dollar deutlich. Der Analystenkonsens bewertet die Aktie aktuell mit „Strong Buy“ bei einem mittleren Kursziel von 2.139,09 Dollar, basierend auf 24 Einschätzungen.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Starke operative Zahlen und ambitionierte langfristige Ziele treffen auf politische Unsicherheit rund um die chinesische Konkurrenz. Der Einstieg von Jupiter Topco signalisiert institutionelles Vertrauen – ob er den Ausschlag für eine nachhaltige Erholung gibt, muss sich erst noch zeigen.
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