SanDisk: 42 Milliarden Dollar Lieferverträge gesichert

SanDisk-Aktie steigt vor Q4-Zahlen um 5,4 Prozent, bleibt aber weit unter dem Hoch. Analysten uneins, Optionsmarkt vorsichtig.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von 5,4 Prozent
  • Juli-Einbruch von 57 Prozent
  • Umsatzprognose bis 8,25 Milliarden Dollar
  • HBF-Standard mit SK Hynix vorgestellt

Die Sandisk-Aktie zieht am heutigen Dienstag deutlich an, einen Tag bevor der Speicherchip-Hersteller nach US-Börsenschluss seine Zahlen zum vierten Quartal und zum Geschäftsjahr 2026 vorlegt. Der Kurs steht bei 1.180,00 Euro und damit 5,36 Prozent höher als am Vortag. Trotz der Erholung bleibt die Aktie fast 43 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch – ein Hinweis darauf, wie tief der Kurssturz der vergangenen Wochen tatsächlich war.

Kräftiges Comeback nach dem Juli-Einbruch

Ende Juni hatte SanDisk noch ein Allzeithoch markiert, danach ging es steil bergab. Im Verlauf des Juli verlor die Aktie zeitweise bis zu 57 Prozent vom Hochpunkt und schloss den Monat insgesamt mit einem Minus von 47 Prozent ab. Auslöser waren mehrere Faktoren gleichzeitig: regulatorische Eingriffe in Südkorea gegen gehebelte ETFs auf Speicherchip-Werte, wachsende Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-Investitionswelle sowie aufkommende Konkurrenz aus China. Zuvor hatte die Aktie im laufenden Jahr einen Anstieg von bis zu 891 Prozent hingelegt – der Rückschlag relativiert diesen Höhenflug, beendet ihn aber nicht. Die jüngste Gegenbewegung zeigt, dass Anleger zumindest kurzfristig wieder Vertrauen in den Speicherchip-Sektor fassen.

Wall Street blickt gespannt auf die Bilanz

Für das vierte Quartal hatte SanDisk selbst einen Umsatz zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie von 30 bis 33 Dollar in Aussicht gestellt, bei einer Bruttomarge von 79 bis 81 Prozent. Der Analystenkonsens liegt optimistischer: Er erwartet einen Umsatz von rund 8,3 bis 8,4 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie zwischen 33 und knapp 35 Dollar. Der Vergleich zum Vorquartal zeigt das Tempo des Wachstums: Im dritten Quartal hatte SanDisk einen Umsatz von 5,95 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 252 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer Bruttomarge von 78,4 Prozent. Besonders das Rechenzentrumsgeschäft explodierte mit einem Umsatzsprung von 645 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar.

Rückenwind erhält das Unternehmen zudem aus seiner Auftragspipeline: Langfristige Lieferverträge summieren sich auf mehr als 42 Milliarden Dollar, hinzu kommen Kundenanzahlungen von 11 Milliarden Dollar. Diese Verträge sollen die Visibilität für die kommenden Quartale erhöhen und Anlegern eine Basis geben, die hohe Bewertung der Aktie einzuordnen.

Analysten uneins, Optionsmarkt vorsichtig

Susquehanna senkte ihr Kursziel von 3.250 auf 3.050 Dollar, bestätigte aber die Kaufempfehlung – damit bleibt es das höchste an der Wall Street genannte Ziel für die Aktie. Insgesamt raten zehn von zwölf Analysten zum Kauf. Die Optionsmärkte signalisieren dagegen Vorsicht kurz vor dem Zahlenwerk: Unter Großanlegern mit Positionen von mehr als einer Million Dollar überwiegen Shortwetten die Long-Positionen leicht, sowohl nach Stückzahl als auch nach Wert. Mehrere zuvor bullische Adressen haben ihre Positionen zuletzt reduziert, was auf Unsicherheit über die kurzfristige Kursreaktion hindeutet. Der Markt preist für die Zeit nach den Zahlen einen Ausschlag von rund einem Viertel in die eine oder andere Richtung ein.

HBF-Standard liefert zusätzlichen Impuls

Zum positiven Sentiment trägt auch eine technologische Neuigkeit bei: Gemeinsam mit SK Hynix veröffentlichte SanDisk die erste Standardspezifikation für High Bandwidth Flash (HBF), einen neuen Speicher-Tier zwischen klassischem Arbeitsspeicher und SSDs, der gezielt auf die Anforderungen von KI-Servern zugeschnitten ist. Google und Tenstorrent unterstützen das entstehende Ökosystem. Eine Massenfertigung ist noch nicht in Sicht, die Technologie könnte aber langfristig Margen und Durchschnittspreise stützen. Für die kurzfristige Kursentwicklung dürfte dennoch der Blick auf die Zahlen vom morgigen Mittwoch entscheidend sein – sie werden zeigen, ob SanDisk das enorme Wachstumstempo der vergangenen Quartale halten kann.

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