SanDisk: 14 Milliarden Rückkauf nach Rekordquartal

SanDisk verzeichnet Kurserholung nach Rekordquartal mit Milliarden-Rückkauf. Analysten bleiben gespalten, während der Investor Day am 13. August im Fokus steht.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von 1,87 Prozent
  • Rekordumsatz von 8,97 Milliarden Dollar
  • Neues Rückkaufprogramm über 14 Milliarden
  • Investor Day am 13. August

Sandisk-Aktien legen am heutigen Dienstag um 1,87 Prozent zu und notieren bei 1.090,00 Euro. Das ist eine erste Verschnaufpause nach einem turbulenten Monat, in dem der Kurs um 25,85 Prozent eingebrochen ist.

Der Grund für die Gegenbewegung: Analysten liefern sich seit Tagen ein Wechselspiel aus Herauf- und Herabstufungen, nachdem der Speicherhersteller vergangene Woche ein Rekordquartal vorgelegt hatte – die Bewertung des Marktes bleibt gespalten.

Rekordzahlen und milliardenschwerer Rückkauf als Fundament

SanDisk meldete am 5. August für das vierte Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 8,97 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 372 Prozent im Jahresvergleich. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 39,25 US-Dollar. Parallel genehmigte das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm über 14 Milliarden US-Dollar.

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte das Management einen Umsatz zwischen 10,30 und 10,80 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 44,00 bis 46,00 US-Dollar in Aussicht.

Trotz dieser Zahlen büßten SanDisk-Papiere und die Aktien der ehemaligen Muttergesellschaft Western Digital am 6. August deutlich ein, laut Reuters um 13,3 beziehungsweise 19,1 Prozent, weil die Prognosen die hochgeschraubten Markterwartungen an das KI-getriebene Speichergeschäft verfehlten.

Analysten uneinig über den weiteren Kurs

Die Reaktionen der Researchhäuser fielen entsprechend unterschiedlich aus. Argus stufte SanDisk am Freitag von „Hold“ auf „Buy“ hoch und nannte ein Kursziel von 1.600 US-Dollar. Begründet wurde der Schritt mit einem günstigen Einstiegspunkt nach den jüngsten Gewinnmitnahmen im Speichersektor.

Jefferies bewegte sich in die Gegenrichtung: Das Haus senkte sein Kursziel bereits am Donnerstag von 3.000 auf 1.750 US-Dollar und verwies auf nachlassende Preisdynamik bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen sowie abflachende Bruttomargen für das September-Quartal.

Weitere Häuser bewegen sich preislich zwischen diesen Polen: Wells Fargo hob sein Kursziel zwar auf 1.620 US-Dollar an, bleibt mit der Einstufung „Equal Weight“ aber die vorsichtigste Stimme unter den großen Coverage-Häusern.

Wedbush bekräftigte „Outperform“ mit einem Ziel von 2.000 US-Dollar und verwies auf Preissteigerungen von mehr als 20 Prozent bei nicht vertraglich gebundenen NAND-Bauteilen. China Renaissance senkte sein Ziel von 3.169 auf 2.000 US-Dollar, hält aber an „Buy“ fest.

Neue Speichertechnologien und langfristige Lieferverträge

Neben den Quartalszahlen treibt SanDisk seine technologische Roadmap voran. Zusammen mit Kioxia kündigte das Unternehmen am 4. August die zehnte Generation der 3D-Flashspeicher-Technologie an, die bei QLC-NAND eine um 60 Prozent höhere Bitdichte gegenüber der Vorgängergeneration erreichen soll.

Einen Tag später veröffentlichten SanDisk und SK hynix über das Open Compute Project die erste technische Spezifikation für High Bandwidth Flash, kurz HBF, mit dem Ziel, Speicherstandards für KI-Inferenzanwendungen zu setzen.

Auf der Geschäftsseite meldete das Management zudem, seit April fünf weitere langfristige Lieferverträge im Rahmen des sogenannten „New Business Model“ unterzeichnet zu haben. Damit summieren sich die Vereinbarungen auf insgesamt zehn Verträge mit einem finanziellen Volumen von 16,5 Milliarden US-Dollar – ein Baustein, der die Umsatzprognosen für die kommenden Quartale absichern soll.

Investor Day am 13. August im Fokus

Für Anleger rückt nun der 13. August in den Vordergrund: An diesem Tag veranstaltet SanDisk seinen Investor Day 2026, auf dem das Unternehmen einen detaillierten Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 sowie seine Kapitalallokationsstrategie vorstellen will.

Angesichts der Kursschwankungen der vergangenen Wochen dürfte die Veranstaltung zeigen, ob die Wachstumsstory rund um KI-getriebene Speichernachfrage die aktuell hohe Bewertungsvolatilität rechtfertigt.

Der Titel bleibt mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 145,61 Prozent ein Papier für risikobereite Anleger, das trotz der jüngsten Erholung deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt notiert.

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