Samsung legt am Donnerstag, 8. Oktober, die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal vor. Der Rekordgewinn gilt als ausgemacht, der Markt schaut jedoch auf etwas anderes: die Margen. Die Aktie gab zuletzt an zwei Handelstagen in Folge nach.
Hohe Erwartungen, gesenkte Schätzungen
Analysten rechnen mit einem operativen Gewinn von rund 106,1 Billionen Won, etwa 79 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr waren es gut 12 Billionen Won. Es wäre der vierte Rekord in Folge. Allerdings wurde die Schätzung seit Ende August um 7,7 Prozent gesenkt.
Auch beim Gewinn je Aktie und beim Umsatz sind die Erwartungen in den vergangenen 90 Tagen um jeweils knapp vier Prozent gesunken. Der Konsens liegt bei etwa 13.607 Won je Aktie und gut 204 Billionen Won Umsatz.
Die jüngere Historie mahnt zur Vorsicht. Im Quartal davor verfehlte Samsung die Gewinnschätzung um 2,5 Prozent, die Aktie verlor am Berichtstag 5,9 Prozent. Ein Übertreffen der Erwartungen genügt dem Markt nicht mehr.
Worauf es jenseits der Schlagzeile ankommt
Im Zentrum steht die Dynamik der Speicherpreise. Sie stiegen im dritten Quartal langsamer, was Sorgen vor einem Margenhoch nährt. Bernstein erwartet bei klassischen Speicherchips ein Plus im mittleren Zehnerbereich bis 20 Prozent im dritten und ein hohes einstelliges Plus im vierten Quartal. Die Bruttomargen der Anbieter dürften demnach vom Spitzenwert um 90 Prozent bis Ende 2028 in den hohen 70er-Bereich sinken.
Beim Hochleistungsspeicher HBM sieht J.P. Morgan Samsungs Marktanteil in diesem Jahr von 20 auf 34 Prozent steigen. Bernstein verweist dagegen auf anhaltende Lieferprobleme bei HBM4 und rechnet damit, dass HBM 2027 weniger profitabel bleibt als herkömmlicher DRAM.
Weitere Bremsklötze:
- Bonusrückstellungen: Seit der Lohnvereinbarung im Mai ist die Bezahlung der Chip-Mitarbeiter an den operativen Gewinn gekoppelt.
- Stärkerer Won: Er schmälert den Won-Wert der in Dollar erzielten Chip-Erlöse.
- Langfristige Lieferverträge: Sie begrenzen Preissteigerungen, sichern aber die Abnahme.
Das größte Risiko liegt laut Analysten in der Nachhaltigkeit der KI-Investitionen. Der Markt belohnt Rekordzahlen nicht mehr automatisch, sondern fragt, wie lange der Ausbau anhält.
Bullen und Skeptiker
Die Optimisten verweisen auf Engpässe, die bis 2027 anhalten dürften. Bernstein hält am Kursziel von 440.000 Won fest und zieht Samsung unter den etablierten Anbietern vor. Skeptiker warnen, dass selbst ein Ergebnis knapp über 106 Billionen Won enttäuschen könnte, falls die Aussagen zu Speicherpreisen oder HBM4 vorsichtig ausfallen.
Die vorläufige Meldung nennt nur Umsatz und operativen Gewinn. Segmentdaten, HBM-Kommentare und die Telefonkonferenz folgen mit dem ausführlichen Bericht, der für den 29. Oktober vorgesehen ist.
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