Vor drei Jahren sperrte Samsung seinen Mitarbeitern ChatGPT. Ein internes Datenleck hatte den Konzern aufgeschreckt, Quellcode war versehentlich in OpenAIs Systeme geflossen, und die Reaktion war reflexartig: Schloss zu, Zugang weg. Nun dreht Samsung das Ganze um 180 Grad.
OpenAI rein, Bedenken raus?
OpenAI gab am Sonntag bekannt, dass Samsung Electronics ChatGPT Enterprise und das Coding-Tool Codex an alle Mitarbeiter in Südkorea ausrollt. Zusätzlich erhalten Mitarbeiter der Device eXperience Division weltweit Zugang. Das ist die Sparte, die Smartphones, Tablets und PCs verantwortet, also das Herzstück des Konsumentengeschäfts.
Was genau hinter dem Kurswechsel steckt, dazu schweigt Samsung. Ob die Datenschutzbedenken von damals ausgeräumt sind oder ob der Wettbewerbsdruck durch Apple Intelligence und Googles KI-Integration einfach zu groß geworden ist, nannte das Unternehmen nicht.
Heute trotzdem minus 8,5 Prozent
Der Markt jedenfalls hat die Meldung nicht gefeiert. Die Samsung-Aktie verliert heute satte 8,5 Prozent, nach einem ohnehin schwachen Wochenverlauf von minus 6,6 Prozent. Dabei ist das Jahresbild mit plus 151,8 Prozent seit Januar noch immer eindrucksvoll, aber solche Tage kratzen halt am Lack.
Ob ChatGPT Enterprise die Produktivität bei Samsung wirklich hebt, wird sich erst zeigen, wenn im September die nächsten Quartalszahlen kommen. Bis dahin ist die KI-Partnerschaft vor allem eines: eine Ansage.
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