Südkoreas Währung läuft gegen den Trend, und Samsung Electronics gehört zu den Treibern. Während der Dollar auf ein 18-Monats-Hoch klettert, legt der Won weiter zu. Zeitweise kostete ein Dollar am Montag nur noch rund 1.333 Won, so wenig wie seit zwei Jahren nicht mehr.
Exportrekord dank Speicherchips
Hinter der Won-Stärke steht der KI-Boom. Rechenzentren verlangen immer mehr leistungsfähige Speicherchips, und davon profitieren Samsung und SK Hynix gleichermaßen. Im September stiegen Südkoreas Exporte um 83,5 Prozent auf einen Rekordwert von 120,9 Milliarden US-Dollar.
Die Halbleiterausfuhren legten um 262,8 Prozent zu und erreichten 60,3 Milliarden US-Dollar. Damit trugen Chips fast die Hälfte der gesamten Exporte.
Der Mechanismus dahinter ist simpel. Exporteure erhalten ihre Erlöse überwiegend in Dollar und tauschen einen Teil in Won um. Händler verwiesen am Montag auf anhaltende Dollar-Verkäufe großer Halbleiterkonzerne.
Aktienmarkt unter Druck
Die Aktienseite zeichnet ein anderes Bild. Ausländische Investoren verkauften am Montag südkoreanische Titel im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Der Leitindex Kospi brach um 3,65 Prozent ein, die Samsung-Aktie gab zuletzt rund 4,6 Prozent nach, SK Hynix etwa 3,7 Prozent.
Normalerweise belasten solche Abflüsse eine Währung spürbar. Diesmal hielt der Won dagegen, auch weil die Bank of Korea die Zinsen gestützt hat: Im Juli hob sie den Leitzins von 2,50 auf 2,75 Prozent an, Ende August folgte der Schritt auf 3,00 Prozent. Der Grund war der anhaltende Inflationsdruck bei robuster Konjunktur.
Abseits davon arbeitet Samsung an seiner Smartphone-Software. Nach dem Start von One UI 9 auf Basis von Android 17 testet der Konzern bereits den Nachfolger One UI 9.5 auf ersten Galaxy-Geräten. Für den Kurs spielt das derzeit eine untergeordnete Rolle.
Risiko Ölpreis
Die Rallye ist nicht gegen Rückschläge gefeit. Brent kostet weiterhin mehr als 100 US-Dollar je Barrel, und Spannungen rund um die Straße von Hormus könnten den Preis erneut treiben. Südkorea importiert fast seine gesamte Energie, höhere Preise erhöhen daher den Dollar-Bedarf.
Der Won bleibt damit abhängig von zwei Faktoren: einem stabilen Ölpreis und einer anhaltend starken Chipnachfrage. Kühlt die Halbleiterkonjunktur ab, wäre die Grundlage für die Währungsstärke und für Samsungs Rekordexporte betroffen.
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