140 Billionen Won. Rund 90 Milliarden Dollar. Samsung hat am Donnerstag in Seoul die Details einer Investitionsoffensive vorgelegt, die sich gewaschen hat. Und die Aktie? Fiel trotzdem um 7,5 Prozent.
Der Plan im Detail
Samsung Electronics selbst steckt 56 Billionen Won in den Aufbau von Packaging-Anlagen für High-Bandwidth-Memory-Chips, kurz HBM, in Onyang und Cheonan. HBM ist genau das, worum sich gerade alles dreht im Chip-Geschäft: der Flaschenhals der KI-Infrastruktur, das Bauteil, das Nvidia-Server erst richtig schnell macht. Samsung will da mitspielen, mit Nachdruck.
Den größten Brocken bekommt Samsung Display: 67 Billionen Won fließen in Asan und Cheonan für die Produktion von Display-Panels. Samsung SDI plant bis 2040 rund 9 Billionen Won in Cheonan für Batterien der nächsten Generation. Samsung Electro-Mechanics investiert 8 Billionen Won in Sejong, für fortschrittliche Chip-Packaging-Materialien für KI-Server.
Präsident als Kulisse
Verkündet wurden die Details bei einer Veranstaltung, die Präsident Lee Jae Myung höchstpersönlich ausrichtete. Samsung-Display-Chef Yi Chung lieferte die Zahlen. Das Ganze fügt sich in einen größeren Investitionsplan ein, den die Samsung-Gruppe bereits am Montag vorgestellt hatte. Politische Inszenierung, klar. Aber die Zahlen dahinter sind real.
Warum fällt die Aktie dann?
Das ist die eigentliche Frage. Wer 90 Milliarden Dollar ankündigt und trotzdem 7,5 Prozent verliert, hat ein Problem, das keine Investitionsoffensive kurzfristig löst. In den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie gut 17 Prozent verloren. Auf Sicht von sieben Tagen sind es 14,3 Prozent. Das sind keine Kurskorrekturen, das ist ein handfester Abverkauf.
Die Earnings kommen erst am 30. September. Bis dahin dürfte der Markt genau beobachten, ob Samsung im HBM-Geschäft tatsächlich aufholt, oder ob SK Hynix und Micron weiter davonziehen. 90 Milliarden Dollar sind eine Ansage. Ob sie reichen, steht auf einem anderen Blatt.
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