Bei Samsung klaffen Anspruch und Wirklichkeit derzeit weit auseinander. Während das Geschäft mit KI-Chips historische Gewinne einfährt, bricht die Smartphone-Sparte ein. Anleger reagieren entsprechend nervös.
Zwei Welten im Konzern
Im zweiten Quartal 2026 meldet Samsung einen operativen Gewinn von rund 89 Billionen Won. Das ist fast das Neunzehnfache des Vorjahres. Der Umsatz kletterte auf 171 Billionen Won. Treiber dieser Entwicklung ist die Halbleitersparte. Sie profitiert massiv vom Hunger nach KI-Speicherchips.
Die Smartphone-Sparte verbucht hingegen einen operativen Milliardenverlust. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die teuren Speicherbausteine fressen die Margen auf. In einem Standard-Gerät machen diese Chips mittlerweile 40 Prozent der Kosten aus. Anfang vergangenen Jahres war es noch ein Bruchteil davon.
Flucht nach vorn
Samsung steuert nun strategisch gegen. Der Konzern startete die Massenproduktion spezieller SSD-Speicher für Nvidias neue KI-Plattform. Dieser Fokus auf margenstarke Komponenten soll die schwachen Konsum-Segmente stützen.
An der Börse hinterlässt der interne Umbau Spuren. Die Aktie verlor im vergangenen Monat spürbar an Wert. Aktuell notiert das Papier bei 278.000 Won. Damit fiel der Kurs knapp unter seinen 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein sattes Plus von 117 Prozent auf der Kurstafel.
Analysten sind uneins
Die Meinungen der Experten gehen stark auseinander. KB Securities ruft ein Kursziel von 600.000 Won auf. Die Analysten werten aktuelle Sorgen um eine sinkende KI-Nachfrage lediglich als Rauschen. Kiwoom Securities ist pessimistischer. Die Bank senkte ihr Ziel auf 390.000 Won. Sie warnt vor einem zyklischen Höhepunkt im Speichergeschäft und steigenden Arbeitskosten nach jüngsten Tarifabschlüssen.
Die südkoreanische Zentralbank ordnet den jüngsten Abverkauf als normale Korrektur ein. Der Halbleitersektor war zuvor extrem heiß gelaufen. Laut Meritz Securities bleibt das Marktumfeld ohnehin stark. Die Analysten erwarten einen anhaltenden Speicher-Superzyklus für weitere zwei bis drei Jahre.
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