Samsung Electronics Aktie: 8,84 Prozent Wochenminus nach Chip-Crash

Samsung Electronics erlebt eine Achterbahnfahrt mit Wochenminus trotz deutlicher Erholung am Freitag. Neue Chip-Fabriken geplant.

Auf einen Blick:
  • Wochenminus von fast neun Prozent
  • Starke Erholung am Freitag
  • Milliardenprogramm für Chipindustrie
  • SK Hynix überholt Samsung an Börse

Samsung Electronics hat eine der turbulentesten Handelswochen seit Monaten hinter sich. Die Aktie des größten Speicherchip-Herstellers der Welt schloss am Freitag bei 309.500 Won. Das bedeutet ein Wochenminus von 8,84 Prozent – trotz eines Kurssprungs von 8,22 Prozent allein am Freitag.

Nasdaq-Ausverkauf reißt koreanische Chipwerte mit

Der Ausverkauf begann an der Wall Street. Der technologielastige Nasdaq Composite brach über Nacht ein und riss Samsung Electronics sowie SK Hynix mit in die Tiefe. Beim Handelsstart am Donnerstag verlor Samsung mehr als 7 Prozent, SK Hynix sogar über 9 Prozent.

Am Ende des Handelstages stand Samsung mit einem Minus von 9,06 Prozent bei 286.000 Won da. SK Hynix traf es noch härter: Der Speicherchip-Rivale brach um 14,57 Prozent auf 2.187.000 Won ein.

Der Auslöser kam aus den USA. Speicherchip-Hersteller Micron Technology verlor über Nacht mehr als 10 Prozent – trotz eines Kursplus von 260 Prozent seit Jahresbeginn. Auch Sandisk-Aktien brachen um mehr als 10 Prozent ein.

Samsung erholte sich am Freitag deutlich und schloss bei 309.500 Won. Zum 52-Wochen-Hoch von 374.500 Won fehlen der Aktie aber weiterhin 17,36 Prozent.

Staatliches Milliardenprogramm belastet Stimmung

Bereits vor dem Chip-Ausverkauf hatte eine andere Nachricht die Anleger verunsichert. Südkoreas Regierung kündigte ein nationales Halbleiterprogramm im Volumen von 800 Billionen Won an – umgerechnet rund 518 Milliarden Dollar.

Samsung Electronics und SK Hynix sollen im Rahmen des Projekts jeweils zwei neue Fabriken im Südwesten des Landes errichten. Die Anlagen sollen Mitte der 2030er-Jahre fertig sein.

Präsident Lee Jae Myung nannte den Schritt einen „wirklich entscheidenden Moment“, da sich die globale Wirtschaft gerade neu ordne. Große Länder wie die USA und China lieferten sich einen Wettbewerb mit enormen Einsätzen, so der Präsident.

Der Markt reagierte zunächst verhalten auf die Kapitalspritze. Am Montag nach der Ankündigung fiel Samsung um 4,8 Prozent, SK Hynix gab um 1,6 Prozent nach – nachdem der Kurs zwischenzeitlich um fast 6 Prozent eingebrochen war.

SK Hynix fordert Samsung heraus

Die Wachablösung an der Kospi-Spitze sorgt zusätzlich für Gesprächsstoff. SK Hynix hat Samsung Electronics kürzlich als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas abgelöst – zum ersten Mal seit November 2000.

Die Aktie des Speicherchip-Rivalen ist in diesem Jahr um mehr als 340 Prozent gestiegen. Treiber ist die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher, den SK Hynix an Nvidia und andere KI-Chip-Hersteller liefert.

Samsung stellt die Vergleichsmethode infrage. Der Vorfall befeuert dennoch die Debatte, welcher Chiphersteller vom KI-Boom stärker profitiert.

Charttechnik und Ausblick

Trotz der Schwankungen bleibt die Aktie über ihren mittelfristigen Trendlinien. Der Kurs liegt 4,44 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 296.350 Won und 76,22 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Der RSI notiert mit 48,1 nahe der neutralen Marke. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei fast 97 Prozent – ein Zeichen für die Nervosität im Handel.

Auf Zwölf-Monats-Sicht steht dennoch ein Plus von 390,66 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn sind es 141,36 Prozent.

Am 9. Juli 2025 markierte die Aktie bei 60.200 Won ihr 52-Wochen-Tief. Heute liegt der Kurs 414,12 Prozent darüber.

Anleger blicken nun auf zwei nahe Termine. Bereits Anfang Juli will Samsung eine vorläufige Gewinnprognose für das zweite Quartal veröffentlichen, der vollständige Bericht folgt am 23. Juli 2026.

Einen Tag zuvor, am 22. Juli, hält Samsung in London sein bislang produktreichstes Galaxy Unpacked ab – erstmals außerhalb Südkoreas oder der USA. Geplant sind drei Falt-Smartphones, zwei Smartwatches und die erste kommerzielle KI-Datenbrille des Konzerns.

Steigende Bauteilkosten durch die Speicherknappheit könnten die Gerätepreise nach oben treiben. Für Samsung ist das ein zweischneidiges Schwert: Als Chip-Lieferant profitiert der Konzern, als Gerätehersteller trägt er die höheren Kosten selbst.

Mit einem Kursplus von über 390 Prozent binnen zwölf Monaten, aber einem Minus von fast 12 Prozent im vergangenen Monat, dürften die kommenden Wochen die Richtung vorgeben. Zwischen Gewinnprognose und Produktlaunch entscheidet sich, ob Samsung Richtung Juni-Hoch zurückfindet oder in eine längere Konsolidierung übergeht.

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