Samsung Electronics-Aktie: 648 Milliarden Dollar, und dann?

Samsung kündigt gigantisches Investitionsprogramm für KI-Infrastruktur an. Die Aktie fällt dennoch um 2,4 Prozent, während politische Diskussionen um Standortwahl entbrennen.

Auf einen Blick:
  • Samsung Group plant Investitionen von 1.000 Bio. Won (648 Mrd. USD) über zehn Jahre
  • Rund 300 Bio. Won könnten in Chipfabriken im Südwesten Südkoreas fließen
  • Experten zweifeln, ob der Südwesten die nötigen Fachkräfte und Infrastruktur liefern kann
  • Opposition wirft Regierung vor, Halbleiterinvestitionen politisch zu instrumentalisieren

648 Milliarden Dollar. Das ist keine Zahl, die man mal eben in eine Pressemitteilung schreibt. Und doch will die Samsung Group genau das am Montag tun, wenn Konzernchefs vor Präsident Lee Jae Myung im Präsidialamt erscheinen und einen Zehnjahresplan vorlegen, der Südkorea in ein KI-Powerhouse verwandeln soll. 1.000 Billionen Won, verteilt auf Chipfabriken, KI-Rechenzentren, Batterien und Displays. Allein für den Bau neuer Halbleiterwerke im Südwesten des Landes sollen demnach 300 Billionen Won reserviert sein.

Wo das Geld hinfließt, ist die eigentliche Frage

Gwangju steht offenbar ganz oben auf der Liste möglicher Investitionsstandorte für Samsung Electronics. Das ist geografisch interessant, politisch noch mehr. Gwangju und die umliegenden Provinzen Jeolla sind eine Hochburg von Lees Demokratischer Partei, er holte dort bei der Präsidentschaftswahl im Juni 2025 rund 85 Prozent der Stimmen. Landesweit lag er bei 49,42 Prozent. Wer diese beiden Zahlen nebeneinanderstellt, versteht, warum die Opposition von „politisierten Halbleiterinvestitionen” spricht.

PPP-Sprecher Park Sung-hoon sagte diese Woche, wo Chipfabriken gebaut werden, sollten die Unternehmen entscheiden, nicht der Präsident. Samsung und SK Hynix lehnten jede Stellungnahme ab.

Fachkräfte im Südwesten? Extrem schwierig

Kim Tae-yun, Professor für Verwaltungswissenschaften an der Hanyang University, bringt den Knackpunkt auf den Punkt: Qualifizierte Arbeitskräfte im Südwesten zu gewinnen werde extrem schwierig sein, „und das wird darüber entscheiden, ob das Projekt Erfolg hat oder scheitert.” Und weiter: „Wenn keine wirklich hochmoderne Fab gebaut wird, droht es, kaum mehr als ein Bauprojekt und ein Schub für den Immobilienmarkt zu werden.”

Hightech-Fertigung lebt von Clustern, von Zulieferern, Ingenieuren, Universitäten in der Nähe. Die gibt es rund um Seoul. Im Südwesten nicht in vergleichbarer Dichte.

Icheon zittert schon jetzt

Während Gwangju hofft, zittert Icheon. Dort betreibt SK Hynix große Werke, die Stadtfinanzen hängen direkt daran. Jo Jun-taek, Leiter einer Basisgruppe vor Ort, formuliert es unverblümt: „Der Großteil der Steuereinnahmen der Stadt stammt aus SKs Chipwerk. Wenn ein neuer Cluster entsteht, wird SK die Produktion hier wahrscheinlich zurückfahren. Die Stadt würde zur Geisterstadt.”

So sieht regionale Entwicklungspolitik in der Praxis aus: Was einer Region gegeben wird, wird einer anderen genommen. Lees Zustimmungsrate ist diese Woche laut Gallup Korea auf 51 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert seit seiner Amtseinführung. Die 648 Milliarden Dollar kommen also zu einem durchaus günstigen Zeitpunkt für ihn.

Aktie fällt trotzdem

Die Samsung Electronics-Aktie reagiert auf all das heute mit einem Minus von 2,4 Prozent. Auf Jahressicht steht sie mit gut 417 Prozent im Plus, die 52-Wochen-Spanne reicht von 59.800 bis 374.500 Won. Wer also auf die große Ankündigung spekuliert hatte, lernt wieder einmal: Kaufe das Gerücht, verkaufe die Nachricht. Oder in diesem Fall: Verkaufe beides.

Samsung Electronics-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Samsung Electronics-Analyse vom 26. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Samsung Electronics-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Samsung Electronics-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Samsung Electronics: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)