Samsung Electronics Aktie: 130 Prozent Umsatzsprung auf 172 Billionen Won

Samsung verzeichnet dank anhaltender Speicherchip-Knappheit einen massiven Gewinnsprung. Die Aktie legt deutlich zu, Analysten bleiben jedoch gespalten.

Auf einen Blick:
  • Nettogewinn steigt auf 71 Billionen Won
  • Chip-Knappheit treibt Preise und Umsatz
  • Aktie gewinnt 19 Prozent in einer Woche
  • Kooperation mit Broadcom über 200 Milliarden Dollar

Samsung Electronics hat im zweiten Quartal 2026 einen kräftigen Gewinnsprung verzeichnet. Der Nettogewinn stieg von 5,1 Billionen Won im Vorjahresquartal auf 71 Billionen Won, der Umsatz kletterte auf 172 Billionen Won und legte damit um 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Grundlage dieses Sprungs ist die anhaltende Knappheit bei Speicherchips, die den Konzern in eine ungewöhnlich starke Preisposition gebracht hat.

Die Aktie honoriert diese Entwicklung deutlich: Am Freitag legte das Papier um 2,2 Prozent zu, auf Wochensicht steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 129 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 374.500 Won, erreicht im Juni, fehlen dennoch rund 27 Prozent – die Rally der vergangenen Woche hat den Abstand zum Rekord noch nicht geschlossen.

Knappheit soll bis 2028 anhalten

Samsung selbst rechnet damit, dass die Speicherchip-Verknappung mindestens bis 2028 bestehen bleibt, wobei 2027 sogar noch enger werden dürfte als das laufende Jahr. Der Konzern produziert nach eigenen Angaben rund ein Drittel der weltweit verwendeten Speicherchips und geht davon aus, dass sich der Engpass bei RAM-Chips im kommenden Jahr verschärft.

Diese Einschätzung deckt sich mit der Entscheidung von Goldman Sachs, Samsung Electronics im August in die APAC Conviction List aufzunehmen – begründet mit der Erwartung, dass die Nachfrage nach Speicherchips das Angebot bis 2028 deutlich übersteigen wird.

Auf der Produktseite untermauert der Konzern seine technologische Position. Anfang August präsentierte Samsung auf der Fachmesse Future of Memory and Storage in Santa Clara neue Speicherinnovationen, darunter Konzeptmodelle für zHBM und zNAND-O sowie den branchenweit ersten V10 BV-NAND-Speicher mit mehr als 400 Schichten.

Bloomberg berichtete zudem über ein neues System, das High-Bandwidth-Memory vertikal auf KI-Beschleunigern stapelt und dabei rund die achtfache Leistung des kommenden HBM5-Standards erreichen soll.

Kooperationen und Kapazitätsverlagerung

Ende Juli hatten Samsung und Broadcom bei einem KI-Gipfel in San Francisco eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die Zusammenarbeit bei Speicherchips, Auftragsfertigung und fortschrittlicher Verpackungstechnik ausweiten soll – mit einem Volumen von über 200 Milliarden Dollar bis 2030. Parallel dazu verdichten sich Berichte, wonach Samsung einen Teil der Verpackungs- und Testkapazitäten für herkömmliche DRAM- und NAND-Chips von den südkoreanischen Standorten Cheonan und Onyang nach Vietnam verlagern könnte. Ziel wäre es, im Inland Kapazitäten für High-Bandwidth-Memory freizusetzen – jenes Segment, das derzeit die größte Nachfrage erfährt.

Auf der Konsumentenseite läuft parallel der Verkauf der neuen Galaxy-Z-Reihe an. Die Vorbestellungen für Fold8 Ultra, Fold8, Flip8 sowie die Watch-Modelle wuchsen in Südostasien und Ozeanien um rund 60 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration, weltweit lag das Plus bei mehr als 30 Prozent. Der Verkauf über Netzbetreiber, Einzelhändler und Samsung-eigene Kanäle begann am 7. August.

Analysten uneins über Kursziel

Die Einschätzungen am Markt gehen auseinander. Mirae Asset Securities senkte Anfang August das Kursziel für Samsung Electronics von 500.000 auf 370.000 Won, blieb damit aber deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Erste Group hatte die Aktie bereits im Juli von „Buy“ auf „Hold“ zurückgestuft. Die Spanne der Einschätzungen spiegelt die Unsicherheit darüber wider, wie nachhaltig die derzeitige Preisdynamik bei Speicherchips ist – trotz der von Samsung selbst in Aussicht gestellten Knappheit bis 2028.

Mit einem Abstand von 37 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt, auch wenn der Kurs zuletzt rund 4 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt notierte. Für Ende August ist zudem eine Dividende von 367 Won je Aktie zur Auszahlung vorgesehen.

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