Samsung Biologics greift nach einem Schweizer Spezialisten für Abnehmspritzen-Wirkstoffe – und bekommt dafür bereits die entscheidende Rückendeckung. Der südkoreanische Auftragsfertiger hat ein Barangebot für die PolyPeptide Group vorgelegt, der Verwaltungsrat des Zielunternehmens empfiehlt die Annahme einstimmig. Trotzdem reagierten Anleger in Seoul verhalten.
Großaktionär sichert Zustimmung
Samsung Biologics bietet 44,31 Schweizer Franken je Aktie in bar und bewertet PolyPeptide damit mit rund 1,46 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet etwa 1,8 Milliarden US-Dollar. In Won ausgedrückt entspricht das einem Transaktionswert von 2,706 Billionen Won. Besonders bemerkenswert: Großaktionär Draupnir Holding, der 55,7 Prozent der PolyPeptide-Anteile hält, hat bereits zugesagt, seine Aktien anzudienen. Das nimmt dem Angebot einen Großteil des Übernahmerisikos, auch wenn der Abschluss noch von behördlichen Genehmigungen abhängt. Samsung Biologics rechnet mit einem Vollzug der Transaktion bis Ende 2026.
PolyPeptide entwickelt und fertigt als Auftragshersteller Peptid-Wirkstoffe für Pharma- und Biotechkonzerne. Mit dem Zukauf will sich Samsung Biologics im schnell wachsenden Markt für peptidbasierte Therapeutika positionieren – dazu zählen vor allem Medikamente gegen Fettleibigkeit und Diabetes, ein Segment, das durch den Erfolg von GLP-1-Präparaten zuletzt enormen Zulauf erhalten hat.
Markt reagiert verhalten
An der Börse in Seoul kam die Nachricht zunächst nicht gut an. Die Aktie von Samsung Biologics gab um 3,4 Prozent nach, während der Gesamtmarkt ohnehin unter Druck stand – der Kospi verlor an diesem Handelstag 4,5 Prozent, angeführt von Abgaben bei den Chipschwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix. Ob die Kursreaktion allein der Übernahme geschuldet ist oder vor allem der breiteren Verkaufsstimmung im Technologiesektor, lässt sich an diesem Handelstag nicht eindeutig trennen.
Für Samsung Biologics steht mit dem Zusagen des Großaktionärs und der einstimmigen Empfehlung des PolyPeptide-Verwaltungsrats ein wesentlicher Baustein für einen reibungslosen Übernahmeprozess bereits fest. Der weitere Fahrplan hängt nun an den ausstehenden behördlichen Genehmigungen, die über den geplanten Abschluss bis Ende 2026 entscheiden.
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