Ausgerechnet jetzt. Samsungs Chipgeschäft hat sich erholt, der KI-Boom spült Geld in die Kassen, die Quartalszahlen übertrafen zuletzt die Erwartungen deutlich. Und genau in diesem Moment sitzt das Unternehmen mit seiner größten Gewerkschaft vor einem Scherbenhaufen.
Erste Runde gescheitert
Die erste Mediationsrunde platzte. Zu weit lagen die Vorstellungen auseinander, vor allem bei den leistungsabhängigen Boni. Die Gewerkschaft will einen größeren Anteil am Gewinn, formale Garantien im Arbeitsvertrag, und das gebunden an das operative Ergebnis. Samsung konterte mit einem kleineren Gewinnbeteiligungsmodell plus einmaliger Zahlung. Das Argument des Unternehmens: Die Forderungen der Gewerkschaft seien auf Dauer schwer zu stemmen. Ob das stimmt oder nur Verhandlungstaktik ist, lässt sich von außen schwer sagen.
Nun läuft eine zweite Runde, wieder unter Aufsicht der staatlichen Schlichtungsstelle. Gewerkschaftschef Choi Seung-ho sagte vor der Nationalen Arbeitsbeziehungskommission in Sejong, man werde in gutem Glauben teilnehmen. Klingt versöhnlich. Ist es aber nur dann, wenn auch die andere Seite mitzieht.
Frist läuft bis Donnerstag
Die Uhr tickt. Die Gewerkschaft hat einen 18-tägigen Streik angekündigt, der Donnerstag beginnen soll, falls keine Einigung erzielt wird. Südkoreas Regierung hat den Druck auf beide Seiten deutlich erhöht. Premierminister Kim Min-Seok bezeichnete die laufende Mediation als letzte Chance, eine Eskalation zu verhindern, und signalisierte, dass die Regierung bei anhaltenden Störungen Notfallmaßnahmen in Betracht ziehen werde. Präsident Lee Jae Myung legte nach und betonte, Unternehmensführungsrechte müssten genauso respektiert werden wie Arbeitnehmerrechte.
Gericht bremst die Gewerkschaft
Noch während die zweite Verhandlungsrunde anlief, gab ein südkoreanisches Gericht Samsungs Antrag auf eine einstweilige Verfügung teilweise statt. Streikmaßnahmen dürfen demnach nicht zur Schädigung von Produktionsmaterialien führen, sicherheitsrelevante Betriebsabläufe müssen aufrechterhalten bleiben. Das ist kein vollständiges Streikverbot, aber ein klares Signal, dass die Justiz eine Produktionsunterbrechung bei einem Unternehmen dieser Größenordnung nicht einfach durchgehen lässt.
7 Prozent in einer Sitzung
Die Märkte reagierten prompt. Die Samsung-Aktie legte an der KOSPI rund 7 Prozent zu, während der Gesamtindex kaum vom Fleck kam. Das sagt einiges darüber aus, wie viel Druck zuvor im Kurs steckte. Für Anleger bleibt die Frage, ob diese Erholung hält oder ob der nächste Rückschlag kommt, sobald klar ist, dass auch die zweite Verhandlungsrunde nichts gebracht hat. Samsung-Aufsichtsratschef Jay Y. Lee hatte am Wochenende intern zur Geschlossenheit aufgerufen. Ob das bei einer Gewerkschaft zieht, die auf mehr Geld wartet, darf bezweifelt werden.
18 Tage Streik beim weltgrößten Speicherchiphersteller, mitten in einem KI-getriebenen Nachfrageboom. Die Ironie ist kaum zu überbieten.
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