Kurz nach Börseneröffnung in Seoul am Mittwoch war es so weit: Die Samsung-Aktie rauschte um bis zu 6 Prozent nach unten, der Konzern verlor zwischenzeitlich gut 66 Milliarden Dollar an Börsenwert. Auslöser war das Scheitern der Tarifverhandlungen zwischen Samsung und seiner Gewerkschaft, nach zwei Tagen Marathongesprächen unter staatlicher Vermittlung. Kein Ergebnis, kein Kompromiss, nichts.
Was die Gewerkschaft wirklich will
Im Kern geht es um Geld, viel Geld. Die Gewerkschaft fordert, dass Samsung 15 Prozent des jährlichen Betriebsgewinns als Bonus an die Belegschaft ausschüttet, die bestehende Deckelung der Bonuszahlungen bei 50 Prozent des Jahresgrundgehalts abschafft und die gesamte Bonusstruktur transparenter gestaltet. Dazu kommt eine Forderung nach 7 Prozent mehr Grundgehalt.
Samsung bot 10 Prozent des Betriebsgewinns und ein einmaliges Sonderpaket. Für die Gewerkschaft war das kein ernsthaftes Angebot. Gewerkschaftsvertreter Choi Seung-ho sagte vor Journalisten, keiner der geforderten Punkte sei auch nur ansatzweise aufgegriffen worden.
SK Hynix hat es vorgemacht
Der eigentliche Stachel sitzt tiefer. Rivale SK Hynix, der Samsung beim Hochbandbreiten-Speicher für Nvidias KI-Chips inzwischen klar überholt hat, hatte im September die Bonusdeckelung schlicht abgeschafft, auf Gewerkschaftsdruck hin. Seitdem wächst die Mitgliederzahl in Samsungs Gewerkschaft rasant: mehr als 90.000 Mitglieder, über 70 Prozent der südkoreanischen Belegschaft. Das ist kein Betriebsrat mehr, das ist eine Machtfrage.
Dass Samsung gleichzeitig Rekordgewinne einfährt und zuletzt als erst zweites asiatisches Unternehmen nach TSMC die Marktkapitalisierungsgrenze von einer Billion Dollar überschritt, macht die Stimmung in der Belegschaft nicht besser. Eher im Gegenteil.
Seoul greift ein
Die Reaktion der südkoreanischen Regierung war bemerkenswert schnell. Premierminister Kim Min-seok berief eine Ministerrunde ein und forderte aktive Unterstützung, damit es „unter keinen Umständen“ zu einem Streik kommt. Finanzminister Koo Yun-cheol schrieb auf X, Streiks seien schlicht nicht akzeptabel, Samsung sei ein Unternehmen, das die ganze Welt beobachte.
Die Aktie drehte daraufhin ins Plus. Ob das die Gewerkschaft beeindruckt, ist eine andere Frage.
Samsung Electronics Co. Aktie Chart
30 Billionen Won auf dem Spiel
Die Gewerkschaft hat vorgerechnet, was ein Streik kosten kann: Der Ausstand am 23. April, an dem rund 40.000 Mitarbeiter teilnahmen, habe die Foundry-Produktion an diesem Tag um 58 Prozent einbrechen lassen, die Speicherproduktion um 18 Prozent. Ein 18-tägiger Streik ab dem 21. Mai könnte Samsung nach eigenen Gewerkschaftsangaben rund 30 Billionen Won kosten, umgerechnet etwa 20 Milliarden Dollar. Gespräche vor dem Streikdatum plant die Gewerkschaft nicht mehr, es sei denn, Samsung legt „ein ernsthaftes Angebot“ auf den Tisch. Was das konkret bedeutet, ließ Choi Seung-ho offen. Samsung auch.
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