Samsung: 89,4 Billionen Won Quartalsgewinn

Samsung Electronics steht vor einem Rekordquartalsgewinn, doch die Aktie fiel zuletzt deutlich. Analysten fokussieren sich nun auf HBM4 und die Quartalskonferenz.

Auf einen Blick:
  • Operativer Gewinn steigt auf das 19-Fache
  • Speicherchip-Preise treiben die Rally
  • Aktie fiel nach vorläufigen Zahlen
  • HBM4-Versand startet im laufenden Quartal

Fast 19-mal so hoch wie vor einem Jahr soll der Quartalsgewinn ausfallen. Trotzdem verlor die Aktie zuletzt fast acht Prozent binnen einer Woche. Bei Samsung Electronics klaffen Rekordzahlen und Kursreaktion gerade auffällig auseinander.

Am Freitag schloss die Aktie bei 285.000 Won, ein Plus von 2,70 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Minus von 7,92 Prozent stehen. Zum Allzeithoch vom 19. Juni bei 374.500 Won fehlen inzwischen 23,90 Prozent.

Zwei Termine bestimmen jetzt die kommenden zwei Wochen: der Produktlaunch Galaxy Unpacked am 22. Juli in London und die Quartalskonferenz am 30. Juli.

Vorläufige Zahlen versprechen Rekordgewinn

Samsung hat für das zweite Quartal bereits vorläufige Eckdaten veröffentlicht. Der Umsatz soll bei rund 171 Billionen Won liegen, der operative Gewinn bei etwa 89,4 Billionen Won. Das wäre laut Marktkommentaren fast das 19-Fache des Vorjahresquartals — und der höchste je von einem Technologiekonzern gemeldete Quartalsgewinn.

Die vollständige Aufschlüsselung nach Segmenten liefert Samsung erst am 30. Juli um 10 Uhr auf der Investorenkonferenz. Bis dahin bleiben die vorläufigen Zahlen der einzige Anhaltspunkt.

Speicherpreise treiben die Rally

Hinter dem Gewinnsprung steckt vor allem der Speicherchip-Zyklus. Im Q1-Bericht bezifferte Samsung den Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM und NAND auf 146 Prozent gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2025.

Analysten rechnen zusätzlich vor: Samsung erhöhte die DRAM-Vertragspreise im ersten Quartal um rund 60 bis 70 Prozent, im zweiten Quartal folgte ein weiterer Aufschlag von etwa 30 Prozent. Über beide Quartale summiert sich das auf ein Plus von rund 130 Prozent.

Ein weiterer Faktor rückt jetzt in den Fokus: HBM4. Samsung hat den kommerziellen Versand dieses neuen Speicherstandards bereits im laufenden Quartal gestartet. Das zweite Quartal könnte damit das erste sein, in dem HBM4-Umsätze überhaupt erfasst werden. Analysten erwarten, dass Updates zu HBM4-Lieferungen, Speicherpreisen und der Prognose für das dritte Quartal darüber entscheiden, ob die Aktie das Allzeithoch von 374.500 Won erneut anlaufen kann.

Warum die Aktie trotz Rekordzahlen fiel

Der jüngste Rückgang folgt einem bekannten Muster. Nach Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse verkauften institutionelle Anleger in großem Stil, die Aktie fiel trotz der Rekordgewinne um fast sieben Prozent zum Handelsschluss. Kommentatoren beschreiben das als klassisches „Buy the rumor, sell the news“-Szenario: Die guten Nachrichten waren im Kurs längst eingepreist, bevor sie offiziell kamen.

Aktuell notiert die Aktie rund 6,05 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 303.340 Won. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 181.142,50 Won besteht dagegen weiterhin ein Polster von 57,33 Prozent. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt damit intakt, auch wenn die kurzfristige Korrektur spürbar ist.

Der RSI-Wert von 43,9 auf 14-Tage-Basis zeigt weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen an. Einige Analysten markieren die Marke von 280.000 Won als wichtige Unterstützung — ein Bruch darunter würde auf eine weitere Korrektur hindeuten. Als Gegengewicht gilt eine erfolgreiche Validierung der HBM4-Lieferkette, die neuen Schwung liefern könnte.

Was in den kommenden Tagen zählt

Bis zum 30. Juli stehen in Südkorea keine weiteren Quartalszahlen an. Die Handelstage bis dahin dürften von Positionierungen vor dem Londoner Produktevent und neuen Nachrichten zu Speicherpreisen und HBM4-Qualifizierung geprägt sein.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 98,58 Prozent zeigt: Kräftige Kursausschläge bei jeder neuen Schlagzeile zu Chippreisen oder Lieferketten bleiben bis zur Quartalskonferenz ein realistisches Szenario.

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