Samsung: 6,92-Prozent-Absturz nach Rekordgewinn

Trotz operativem Rekordgewinn von 89,4 Billionen Won bricht Samsung-Aktie ein. Anleger zeigen Nervosität im Halbleiterzyklus.

Auf einen Blick:
  • Operativer Gewinn übertrifft Nvidia-Rekord
  • Aktie fällt um fast sieben Prozent
  • Analysten uneins über Kursentwicklung
  • Foundry-Preiserhöhungen für Neukunden geplant

Stattdessen schickte der Markt die Aktie von Samsung Electronics nach der Vorlage der Quartalszahlen auf Talfahrt. Der Fall zeigt exemplarisch, wie nervös Anleger im aktuellen Halbleiterzyklus reagieren, sobald Rekorde bereits eingepreist sind.

Rekordquartal, aber „Sell the News“

Samsung Electronics meldete für das zweite Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 89,4 Billionen Won, umgerechnet rund 58,4 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz kletterte auf 171 Billionen Won. Damit übertraf der Konzern laut Berichten aus Korea sowohl Nvidias bisherigen Rekordgewinn von 53,5 Milliarden Dollar als auch Apples Bestmarke von 50,9 Milliarden Dollar. Rechnet man rund 20 Billionen Won an Sonderboni heraus, hätte der Gewinn sogar die Marke von 100 Billionen Won überschritten.

Der Markt reagierte dennoch mit Verkäufen. Am Tag der Zahlenvorlage brach die Aktie um 6,92 Prozent ein, klassisches Gewinnmitnahme-Verhalten nach einem bereits stark gelaufenen Titel. Der KOSPI-Gesamtmarkt geriet parallel unter Druck und fiel binnen weniger Wochen um 23 Prozent von seinem Hoch vom 19. Juni. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden Sidecar-Handelsunterbrechungen ausgelöst, im Juni allein zehnmal. Als Treiber der extremen Ausschläge gelten Hebel-ETFs auf Einzelwerte wie Samsung und SK Hynix, deren Handelsvolumen laut Berichten zeitweise mehr als die Hälfte des gesamten KOSPI/KOSDAQ-Umsatzes ausmachte. Die südkoreanische Finanzaufsicht prüft inzwischen Maßnahmen gegen diese Produkte.

Analysten uneinig über Kursziel

Die Meinungen der Analysten gehen weit auseinander. Kiwoom senkte sein Kursziel für Samsung von 430.000 auf 390.000 Won, während andere Häuser Ziele von bis zu 600.000 Won nennen. Meritz Securities schätzt, dass der Halbleiterbereich mit rund 90 Billionen Won zum operativen Ergebnis beitrug, davon 93,2 Billionen Won aus dem Speichergeschäft, während Foundry und System-LSI einen Verlust von 3,2 Billionen Won verzeichneten.

Morgan Stanley warnt vor einem nahenden Höhepunkt des Speicherzyklus. Auf der anderen Seite sehen KB Securities und J.P. Morgan weiterhin eine Kaufgelegenheit, gestützt auf die Erwartung, dass KI-Investitionen bis 2027 auf 1,1 Billionen Dollar steigen und eine Angebotsausweitung vor 2028 unwahrscheinlich sei. Goldman Sachs prognostiziert für Samsung und SK Hynix zusammen einen operativen Gewinn von 645 Billionen Won im Jahr 2026, der bis 2028 auf 1.064 Billionen Won steigen soll. Counterpoint Research verweist zugleich auf eine mögliche Angebotsausweitung ab der zweiten Jahreshälfte 2027, die Preise unter Druck setzen könnte. Jung Dawoon von LS Securities sieht die aktuellen Sorgen eher als Margendebatte denn als echtes Ende des Gewinnzyklus und hält Käufe auf dem gedrückten Niveau für gerechtfertigt.

Foundry-Geschäft und strategische Weichenstellungen

Im Auftragsfertigungsgeschäft bahnt sich ein Preiswandel an. Laut einem Bericht von Chosun Biz, der noch nicht offiziell bestätigt ist, will Samsung Foundry die Preise für 4- und 5-Nanometer-Prozesse für Neukunden um rund 15 Prozent anheben, auch ausgewählte 8-Nanometer-Automotive-Aufträge sind betroffen. Der Schritt folgt auf ähnliche Preiserhöhungen bei TSMC für die 3-, 5- und 7-Nanometer-Knoten.

Lee Jae-yong, Chairman von Samsung Electronics, nahm Anfang Juli an der Sun-Valley-Konferenz in den USA teil. Yuanta Securities sieht darin ein Zeichen für mögliche neue Foundry-Aufträge, da TSMC mit einem Marktanteil von 72,3 Prozent gegenüber Samsungs 6,5 Prozent bis 2028 praktisch ausgebucht sei. Im Gespräch sind unter anderem ein Tesla-Chip-Auftrag sowie eine mögliche Diversifizierung der Fertigung durch Google und Meta. Das texanische Werk in Taylor soll im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen.

Kursbild: Erholung nach dem Rutsch

Zum Wochenschluss legte die Aktie um 2,52 Prozent zu und schloss bei 285.000 Won. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Minus von 7,92 Prozent, auf 30 Tage von 5,79 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 374.500 Won, erreicht am 19. Juni, trennen den Titel noch 23,9 Prozent. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 60.400 Won aus dem Juli 2025 liegt die Aktie hingegen um 371,85 Prozent höher, seit Jahresbeginn beträgt das Plus 122,25 Prozent.

Der Kurs notiert damit unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 303.340 Won, aber deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 181.142,50 Won. Der RSI von 43,9 signalisiert eine neutrale Marktlage ohne extreme Überkauft- oder Überverkauft-Situation, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 98,58 Prozent auf anhaltend hohe Schwankungen hindeutet. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 1.083,96 Milliarden Euro. Bemerkenswert bleibt das Bewertungsniveau: Das 12-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnis von Samsung liegt bei 4,81 und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 – ein Hinweis darauf, dass der Markt trotz Rekordgewinnen kaum noch Wachstumsfantasie einpreist.

Samsung Electronics-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Samsung Electronics-Analyse vom 11. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Samsung Electronics-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Samsung Electronics-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Samsung Electronics: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)