Der Stahlkonzern Salzgitter hat am Mittwoch seine Prognose für das bereinigte operative Ergebnis im laufenden Jahr nach oben korrigiert. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Ebitda zwischen 800 und 875 Millionen Euro, nachdem zuvor 725 bis 825 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. Die Umsatzprognose von rund zehn Milliarden Euro bleibt hingegen unverändert.
Stahlerzeugung und HKM-Übernahme übertreffen Erwartungen
Als Gründe für die Anhebung nannte Salzgitter vor allem die Entwicklung im dritten Quartal. Sowohl die Stahlerzeugung als auch das Handelsgeschäft hätten sich positiver entwickelt als ursprünglich erwartet. Hinzu kommt die vollständige Einbeziehung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann in die Bilanz, die das operative Ergebnis im laufenden Jahr um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erhöhen dürfte.
Im Juli hatte sich Salzgitter mit Thyssenkrupp und Vallourec darauf geeinigt, deren Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen zu übernehmen und damit alleiniger Eigentümer zu werden. Diese Transaktion scheint sich schneller auszuzahlen als zunächst kalkuliert.
Aurubis-Beteiligung als wichtiger Ergebnistreiber
In den ersten neun Monaten des Jahres kletterte das bereinigte Ebitda auf 659 Millionen Euro, verglichen mit lediglich 224 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag bei 353 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 72,7 Millionen Euro angefallen war.
Besonders bemerkenswert ist der Beitrag der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis, die 252 Millionen Euro zum Ergebnis beisteuerte. Salzgitter bezeichnete diese Entwicklung als „sehr erfreulich“. Das im M-Dax gelistete Unternehmen will die endgültigen Zahlen am 12. November vorlegen.
Für Anleger bleibt die Frage, inwieweit die positive Entwicklung im Stahlgeschäft nachhaltig ist oder ob Sondereffekte durch die HKM-Übernahme eine wesentliche Rolle spielen. Salzgitter ist ein Gewinner des Tages, weil der Konzern seine Prognosen erneut anhob. Vorsicht: Die Euphorie übertüncht offene Fragen, die erst am 12.11. geklärt werden. Kurzfristig ist bis 55 Euro aus Chartsicht dennoch viel Luft.
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