Salesforce: Vom KI-Verlierer zum Comeback-Kandidaten

Nach deutlichem Kursverlust zeigt Salesforce wieder beschleunigtes Umsatzwachstum und steigende Profitabilität, was eine attraktive Bewertung bei hohem Aufwärtspotenzial schafft.

Auf einen Blick:
  • Agentforce-Umsatz wächst um 330 Prozent
  • Profitmargen steigen auf 33 Prozent
  • Bewertung auf Sechsfach des Umsatzes korrigiert
  • Technische Analyse zeigt bullische Signale

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

während der Markt in den vergangenen Monaten neue KI-Champions wie Palantir feierte, erlebte ein Tech-Gigant eine bemerkenswerte Talfahrt. Die Aktie verlor fast 30 Prozent von ihren Höchstständen. Analysten sprachen von einem KI-Verlierer. Doch genau diese Entwicklung könnte eine der interessantesten Chancen des Jahres 2026 eröffnen. Der Name dieses Unternehmens: Salesforce.

Die Software-Branche im Wandel

Die Software-Industrie durchlebt turbulente Zeiten. Von 2009 bis 2019 erzielten Software-Aktien im S&P 500 fast 20 Prozent jährliche Rendite. Der Post-Corona-Digitalisierungsboom verdoppelte diese Performance bis Ende 2021. Dann kam der Absturz. Im Jahr 2022 brachen Software-Werte um 30 Prozent ein. Die Zinswende machte hohe Bewertungen zunichte.

Seitdem hat sich die Branche erholt, doch die Performance divergiert stark. Während Palantir in den vergangenen drei Jahren über 200 Prozent jährlich zulegte, verlor Salesforce etwa 20 Prozent pro Jahr. Der Unterschied könnte kaum größer sein. Doch diese Diskrepanz erzählt nur die halbe Geschichte.

Vor einem Jahr notierte Salesforce noch bei 369 Dollar je Aktie. Die Marktkapitalisierung betrug rund 350 Milliarden Dollar. Das entsprach dem Neunfachen der erwarteten Umsätze für 2025. Heute liegt die Bewertung unter dem Sechsfachen der geschätzten 2026-Erlöse. Die Bewertungslücke ist erheblich. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell nur noch 248 Milliarden Dollar. Diese Korrektur öffnet Einstiegsfenster für geduldige Investoren.

Agentforce: Das unterschätzte Wachstumspotenzial

Im Zentrum der Skepsis steht Salesforces Agentforce-Plattform. Diese nutzt KI-Agenten für diverse Vertriebs-, Service- und Marketingaufgaben. Marktbeobachter diskutieren kontrovers über die Umsetzungsqualität. Manche Investoren preisen bereits den Niedergang des Unternehmens ein. Diese Sichtweise erscheint übertrieben pessimistisch.

Die Zahlen zeichnen ein anderes Bild. Die wiederkehrenden Jahresumsätze von Agentforce stiegen im dritten Geschäftsquartal um 330 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 540 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte der neuen Agentforce-Buchungen stammten von Bestandskunden. Im Vorquartal lag dieser Anteil noch bei knapp über 40 Prozent. Die Akzeptanz nimmt also zu. Diese Verschiebung signalisiert wachsendes Vertrauen in die Plattform. Bestandskunden kennen die Salesforce-Infrastruktur bereits und können schneller Mehrwert generieren.

Gleichzeitig bleibt der KI-bezogene Umsatz ein kleiner Teil der erwarteten 46 Milliarden Dollar Gesamterlöse für 2026. Entscheidender ist die grundsätzliche Wachstumsdynamik. Für 2026 prognostizieren Experten ein Umsatzplus von rund 11 Prozent. Das übertrifft die erwarteten 10 Prozent für 2025 und liegt deutlich über den niedrigsten Wachstumsraten seit der Pandemie von etwa 9 Prozent im Jahr 2024. Das Wachstum scheint seinen Tiefpunkt erreicht zu haben.

Die fundamentale Trendwende

Diese Einschätzung stützt sich auf Salesforces aktuellen Remaining Performance Obligation (CRPO). Dieser Wert repräsentiert die für die kommenden zwölf Monate gebuchten Umsätze. Das Management erwartet ein organisches CRPO-Wachstum von 9 Prozent im laufenden Quartal. Finanzchefin Robin Washington geht davon aus, dass dies eine Beschleunigung des Umsatzwachstums unterstützen wird.

Bei Software-Unternehmen gilt die sogenannte Rule of 40 als wichtiger Maßstab. Umsatzwachstum und Profitmargen sollten zusammen 40 ergeben. Dann erreicht eine Software-Aktie eine normale Bewertung. Aktuell handeln S&P 500 Software-Werte zum Neunfachen der geschätzten Zwölfmonats-Umsätze.

Salesforce verletzte die Rule of 40 während des größten Teils von 2025. Investoren straften die Aktie dafür ab. Doch CEO Marc Benioff hat seine Prioritäten verschoben. Seine Erfolgsbilanz beim Wachstum ist hervorragend. Mittlerweile konzentriert er sich stärker auf profitables Wachstum. Diese strategische Neuausrichtung kommt genau zur richtigen Zeit.

Margin-Story als unterschätzter Katalysator

Die Zahlen belegen diesen Strategiewechsel. Salesforces Profitmargen verbesserten sich seit den Tiefständen von 2021 um mehr als 15 Prozentpunkte auf 33 Prozent. Solange die Margen weiter steigen, könnte Salesforce die Rule of 40 allein durch das Erreichen der Umsatzerwartungen erfüllen. Die Kombination aus 11 Prozent Wachstum und 33 Prozent Marge bringt das Unternehmen in Schlagdistanz zu dieser wichtigen Kennzahl.

Diese Entwicklung wird am Markt noch nicht ausreichend gewürdigt. Die Kombination aus wieder beschleunigendem Wachstum und expandierenden Margen schafft erhebliches Bewertungspotenzial. Für ein Software-Unternehmen macht eine Bewertung zwischen dem Acht- und Zehnfachen des Umsatzes wirtschaftlich Sinn.

Die aktuelle Unterbewertung könnte sich als temporäres Phänomen erweisen. Im Jahr 2025 obsidierten KI-Skeptiker über die Monetarisierung künstlicher Intelligenz. Diese Fixierung dürfte 2026 nachlassen, wenn das Umsatzwachstum sich beschleunigt und mehr Unternehmen KI-Tools etablierter Anbieter übernehmen.

Von der Theorie zur Praxis

Entscheidend für eine erhöhte Akzeptanz ist der Nachweis, dass KI-Agenten nicht nur theoretisch, sondern praktisch höhere Effizienz schaffen. Kunden müssen den Mehrwert im täglichen Einsatz erleben. Analysten erwarten, dass Unternehmen 2026 von Machbarkeitsstudien zur produktiven Nutzung von Agenten übergehen werden.

Sollte dies schnelleres Wachstum auslösen, könnte die Aktie zum Achtfachen der geschätzten 2026-Umsätze zurückkehren. Das impliziert einen Kurs von etwa 390 Dollar. Gegenüber dem aktuellen Niveau entspräche dies einem Potenzial von 50 Prozent. Für diese Prognose sind keine heroischen Annahmen erforderlich, lediglich solide Geschäftsausführung.

Die unmittelbaren Risiken liegen auf der Hand. Salesforce könnte die aktuellen Schätzungen verfehlen. Selbst unverändertes Wachstum würde dem Markt wahrscheinlich nicht genügen. Langfristig könnten KI-Trends außerhalb der Kontrolle des Unternehmens Salesforces eigene Agenten ersetzen. Solange das Management die Effektivität seiner Produkte kontinuierlich verbessert, wird dieses Risiko jedoch abnehmen.

Technisches Bild unterstützt Turnaround-Szenario

Auch die Charttechnik sendet erste positive Signale. Die Aktie verzeichnete Anfang Dezember ihren ersten zweistelligen Wochengewinn seit zwei Jahren. Der Kursanstieg von 13 Prozent blieb vollständig erhalten. Erstmals seit Anfang März notiert die Aktie wieder über dem 200-Tage-Durchschnitt. Charttechniker erkennen ein bullisches Flaggen-Muster. Ein Ausbruch über 265 Dollar würde eine Bewegung in Richtung 310 Dollar signalisieren.

Die unterschätzte Gelegenheit

Die Salesforce-Story verdeutlicht ein klassisches Marktphänomen. Wenn die Stimmung kippt, übertreiben Investoren in beide Richtungen. Gestern war Salesforce ein KI-Champion mit entsprechender Bewertung. Heute gilt das Unternehmen als Verlierer mit Abschlägen. Die Realität liegt dazwischen.

Die fundamentalen Stärken bleiben intakt. Salesforce ist ein hochprofitables, wachsendes Cloud-Franchise mit verbesserter Margenstruktur. Die Bewertung ist nach der Underperformance deutlich attraktiver geworden. Das Wachstum beschleunigt sich, die Profitabilität steigt. Diese Kombination wurde historisch vom Markt belohnt.

Am Ende könnte der vermeintliche KI-Verlierer Salesforce möglicherweise zu den unterschätzten Chancen des neuen Jahres gehört. Der Markt preist Szenarien ein, die zu pessimistisch erscheinen. Die fundamentale Trendwende ist eingeleitet. Wer antizyklisch denkt, findet hier eine bemerkenswerte Gelegenheit.

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