Salesforce Aktie: Tallapragada nach 14 Jahren weg

Salesforce verzeichnet nach dem Abgang des Technikchefs Kursverluste. Der Konzern setzt auf KI-Wachstum und Kostensenkungen.

Auf einen Blick:
  • Technikchef Tallapragada tritt zurück
  • Neuer COO Miguel Milano ernannt
  • Aktie verliert 3,58 Prozent
  • Agentforce-Umsatz wächst um 169 Prozent

Der US-Softwarekonzern Salesforce durchläuft am heutigen Donnerstag einen signifikanten Umbau in seiner obersten Führungsebene. Im Zentrum der personellen Veränderungen steht der Rücktritt von Srini Tallapragada, der nach 14 Jahren im Unternehmen seinen Posten als Chief Engineering and Customer Success Officer abgibt. Diese Nachricht löste an der Börse umgehende Reaktionen aus und lenkt den Blick der Investoren auf die künftige technologische Ausrichtung des Spezialisten für Kundenmanagement-Software.

Weitreichende Personalentscheidungen in San Francisco

Tallapragada, der maßgeblich an der Entwicklung und Einführung der neuen KI-Plattform Agentforce beteiligt war, wird dem Konzern nicht sofort den Rücken kehren. Medienberichten zufolge wechselt er mit heutiger Wirkung in die Rolle eines Sonderberaters für CEO Marc Benioff, die er voraussichtlich bis zum 6. August 2027 ausüben wird. Die Nachfolge tritt Rohan Kumar an, der erst im Juni von Microsoft zu Salesforce gewechselt war und nun als Chief Platform & Engineering Officer fungiert.

Parallel dazu befördert Salesforce Miguel Milano zum Chief Operating Officer (COO). Milano, der bereits zwischen 2011 und 2020 für das Unternehmen tätig war und nach einer Zwischenstation beim Prozessoptimierer Celonis im Jahr 2023 als Chief Revenue Officer (CRO) zurückkehrte, untersteht damit direkt dem Firmengründer Benioff. Die Position der CRO übernimmt Alexa Vignone, während Robin Washington weiterhin das Amt des Finanzvorstands bekleidet. Dieser Umbau wird von Marktbeobachtern als Versuch gewertet, die operative Effizienz zu steigern und die Vertriebsstrukturen im hart umkämpften Markt für Künstliche Intelligenz (KI) zu schärfen.

Markt reagiert skeptisch auf den Umbau

An den Märkten sorgte die Nachricht vom Abgang des langjährigen Technikchefs zunächst für Verunsicherung. Die Salesforce-Aktie notiert heute bei 160,96 € und verzeichnet damit einen Rückgang von 3,58 %. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertverlust des Papiers auf 29,01 %, was die anhaltende Skepsis der Anleger hinsichtlich der Wachstumsgeschwindigkeit im Bereich Cloud-Software widerspiegelt.

Trotz der kurzfristigen Kursverluste gibt es auch optimistische Stimmen. Die Analysten der Erste Group haben das Papier heute auf „Buy“ hochgestuft und verweisen dabei auf eine erwartete Umsatzprognose zwischen 45,9 und 46,2 Milliarden US-Dollar. Branchenkenner weisen darauf hin, dass die Kursreaktion auf den Führungswechsel überzogen sein könnte, da mit Miguel Milano ein erfahrener Manager aufrückt, der das Unternehmen und seine Kundenbasis über Jahre hinweg mitgeprägt hat.

Fokus auf KI-Profitabilität und Kostendisziplin

CEO Marc Benioff tritt derweil Befürchtungen entgegen, dass die Konkurrenz im Bereich der Künstlichen Intelligenz das Geschäftsmodell von Salesforce gefährden könnte. Er bezeichnete entsprechende Ängste der Wall Street als grundlegend falsch. Als Beleg führt das Unternehmen den Erfolg der Agentforce-Sparte an, die einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 800 Millionen US-Dollar erreicht hat, was einem Wachstum von 169 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zudem umfasst die Datenplattform Data 360 inzwischen rund 112 Billionen Datensätze – eine Menge, die sich innerhalb kurzer Zeit mehr als verdoppelt hat.

Gleichzeitig setzt Salesforce seinen Sparkurs fort. Berichten zufolge wurde heute eine dritte Entlassungsrunde für das Jahr 2026 eingeleitet, die insbesondere die Bereiche Tableau, Trailhead sowie die Event-Organisation betreffen soll. In Nordamerika sei demnach etwa die Hälfte des Supports für die Analysesoftware Tableau betroffen. Dieser Schritt unterstreicht die Strategie des Managements, Ressourcen zunehmend von administrativen Bereichen und Support-Funktionen in Richtung der direkten Vertriebs- und KI-Entwicklungsabteilungen umzuschichten, um die Profitabilität in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld zu sichern.

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