Salesforce Aktie: Software meldet sich zurück

Symbolbild, KI-generiert

Ein neues Claude-Angebot und ein starkes Quartal stützten Salesforce; höhere Zinsen bleiben ein möglicher Belastungsfaktor.

Auf einen Blick:
  • Aktienplus von 46 Prozent im Quartal
  • Claudeforce verbindet Claude mit Salesforce-Daten
  • Software-ETF IGV gewinnt 17 Prozent
  • US-Leitzins steigt im September um 0,25 Prozentpunkte

Ein Quartal, das die Rollenverteilung am Aktienmarkt neu sortiert hat: Während Chipwerte nach einem starken ersten Halbjahr abkühlten, kehrten Softwaretitel mit Wucht zurück. Salesforce gehört zu den größten Profiteuren dieser Rotation.

Vom KI-Opfer zum KI-Profiteur

Die Aktie legte im dritten Quartal um 46 Prozent zu. Anleger trauen der KI inzwischen eher eine Rolle als Wachstumstreiber zu als die einer Bedrohung für das Geschäftsmodell. Das war lange anders: Zuvor hatte die Furcht vor KI-getriebener Verdrängung den Sektor belastet.

Zur Stimmungsdrehung trug ein Produkt bei. Salesforce stellte Claudeforce vor, ein Angebot mit einem Plugin, über das Kunden mit Anthropics Claude auf Daten in Salesforce zugreifen können. Das Modell erledigt dort Aufgaben wie das Entwerfen von E-Mails oder das Aktualisieren von Datensätzen.

Hinzu kam ein starkes Quartal des Konzerns. Den gesunkenen Aktienkurs nutzte das Management außerdem für Aktienrückkäufe.

Sektor insgesamt im Aufwind

Der Software-ETF IGV gewann im Quartal 17 Prozent. Der Halbleiter-ETF SOXX verlor dagegen 11 Prozent. Auch Workday und Veeva legten kräftig zu, ebenso Microsoft und der Cybersecurity-Anbieter CrowdStrike.

Börsen-Kommentator Jim Cramer sieht bei Salesforce weiteres Potenzial und nennt den Software-Comeback die prägende Börsengeschichte des Quartals. Seine Charitable Trust hält Salesforce-Aktien.

Am Donnerstag schloss die Aktie bei 236,69 Dollar, ein Plus von 3,1 Prozent. Nachbörslich blieb der Kurs praktisch unverändert. Ein quantitatives Auswahlmodell führt Salesforce seit der Aufnahme am 1. Juli mit einem Plus von rund 45 Prozent.

Zinsen als Risikofaktor

Cramer sieht die größte Gefahr nicht im Sektor selbst, sondern bei den Zinsen. Die US-Notenbank hob im September ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt an. Er fürchtet, dass höhere Finanzierungskosten den Aktienmarkt belasten.

Die anstehende Berichtssaison soll zeigen, wie stark sich die Zinswende in den Unternehmenszahlen niederschlägt. Für Salesforce wird sie ein erster Test, ob die Erholung auch bei steigenden Zinsen trägt.

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