Salesforce stärkt sein Geschäft mit der öffentlichen Hand deutlich. Ein milliardenschwerer Auftrag der US-Armee soll die digitale Infrastruktur modernisieren und rückt den Softwarekonzern stärker in die Nähe klassischer Rüstungs- und IT-Dienstleister. Spannend ist vor allem, welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielt und welches Umsatzpotenzial sich daraus ergibt.
Milliardenvertrag mit der US-Armee
Über die Tochter Computable Insights hat Salesforce einen sogenannten IDIQ-Rahmenvertrag („Indefinite Delivery Indefinite Quantity“) mit einer Laufzeit von zunächst fünf Jahren erhalten. Das Volumen kann sich auf bis zu 5,6 Milliarden US‑Dollar summieren. Eingebettet ist dies in ein Gesamtkonstrukt von bis zu zehn Jahren inklusive Optionsperioden.
Kern des Deals ist die digitale Modernisierung der IT-Strukturen der US-Armee. Die Streitkräfte erhalten Zugang zum „Missionforce“-Portfolio, das auf die Integration von KI und die Vereinheitlichung fragmentierter Datensysteme ausgelegt ist. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und Abläufe im Verteidigungsnetzwerk effizienter zu machen.
Der Auftrag knüpft an frühere, kleinere Vereinbarungen an, die offenbar als Testlauf dienten. Nun geht es um eine großflächige Implementierung kommerzieller Cloud- und KI-Lösungen in einem sensiblen, stark regulierten Umfeld – ein Bereich, in dem erfolgreiche Referenzprojekte für weitere Behördenaufträge Türöffner sein können.
Reaktion an der Börse
Die Meldung sorgt am Dienstag für Rückenwind, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen spürbar an Wert verloren hatte. Auf Sicht von 30 Tagen liegt der Rückgang bei gut 15 %, seit Jahresbeginn beträgt das Minus rund 11 %. Der Kurs bleibt damit deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch, das Ende Januar 2025 noch bei 345 Euro gelegen hatte.
Auffällig ist zugleich: Trotz der jüngsten Schwäche notiert der Titel nur geringfügig über seinem 200‑Tage-Durchschnitt, was auf eine Phase erhöhter Nervosität, aber keine vollständige Trendwende nach unten hindeutet. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von knapp 70 signalisiert kurzfristig ein recht hohes Momentum.
Analystenseitig bleibt das Bild positiv: Laut Daten von TipRanks liegt die Konsensbewertung bei „Moderate Buy“. Das durchschnittliche Kursziel von 327,40 US‑Dollar impliziert einen deutlichen Abstand nach oben gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Die Begründung: Der neue Vertrag eröffnet über Jahre planbare Einnahmepotenziale im staatlichen Sektor, einem Bereich mit hohen Eintrittsbarrieren.
Einordnung im Branchen- und Marktumfeld
Der Zuschlag erfolgt in einer Phase, in der klassische Rüstungs- und IT-Dienstleister unter verschärften Leistungsanforderungen neuer US‑Vorgaben stehen. Behörden verlangen zunehmend skalierbare, sichere und KI-fähige Plattformen, um komplexe Datenströme zu beherrschen. Dass ein etablierter Cloud-Anbieter wie Salesforce hier zum Zug kommt, zeigt die wachsende Bereitschaft, auf große Tech-Konzerne bei kritischen Infrastrukturen zu setzen.
Parallel dazu bleibt das übergeordnete Marktumfeld von Makrofaktoren geprägt. Am Mittwoch steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed an, die die Stimmung im Technologiesektor maßgeblich beeinflusst. Niedrigere oder stabile Zinsen stützen tendenziell Wachstumswerte wie Salesforce, während ein restriktiver Kurs Bewertungsfantasie begrenzen kann.
Im Zusammenspiel ergibt sich damit ein interessantes Bild: Operativ verbessert der US-Armee-Deal die Visibilität künftiger Umsätze im öffentlichen Sektor, während die kurzfristige Kursentwicklung stark von der Fed-Kommunikation abhängt. Entscheidend für die weitere Performance wird sein, ob Salesforce zusätzliche Großaufträge in ähnlichen Bereichen gewinnen und die „Missionforce“-Lösungen als Standard im Behördenumfeld etablieren kann.
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