Salesforce steckt in der Klemme. Während Tech-Werte boomen, zweifeln Analysten an der Zukunftsfähigkeit des CRM-Spezialisten im KI-Zeitalter. Die jüngsten Kurszielsenkungen verdeutlichen den wachsenden Druck auf den Software-Riesen.
Analysten warnen vor strukturellem Umbruch
Die Schweizer Großbank UBS reagierte bereits. Analyst Karl Keirstead senkte das Kursziel für den Anbieter von Kundenmanagement-Software von 200 auf 185 US-Dollar. Er bleibt bei seiner neutralen Einschätzung. Keirstead sieht strukturelle Risiken durch künstliche Intelligenz im klassischen Softwaregeschäft.
Noch deutlicher wird die Bank of America. Die Experten stufen das Papier als „Underperform“ ein. Sie rufen ein Kursziel von 160 US-Dollar aus. Die Analysten sprechen von einem „KI-gesteuerten strukturellen Reset“. Dieser könnte das Wachstum dauerhaft bremsen. Die starke Präsenz bei fast allen Fortune-500-Unternehmen reicht den Experten als Wachstumsgarantie nicht mehr aus.
Der Abwärtstrend spiegelt sich klar in den Kursdaten wider. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 30 Prozent an Wert verloren. Aktuell notiert die Aktie bei 151,82 Euro.
Damit liegt sie rund 20 Prozent unter ihrem langfristigen Durchschnitt der letzten 200 Tage. Die Volatilität der vergangenen 30 Tage ist mit über 50 Prozent außerdem ungewöhnlich hoch.
Institutionelle Anleger ziehen sich zurück
Auch Großinvestoren werden vorsichtiger. Callahan Advisors reduzierte seine Position zuletzt um fast zehn Prozent. Parallel dazu versucht das Management gegenzusteuern. Salesforce übertraf die Gewinnerwartungen und schüttet eine Quartalsdividende von 0,44 US-Dollar je Aktie aus. Obendrein läuft ein milliardenschweres Rückkaufprogramm zur Stützung des Kurses.
Die Skepsis der Analysten wiegt derzeit schwerer als die soliden Quartalszahlen. Salesforce muss nun operativ liefern, um die Angst vor einer KI-Disruption zu entkräften. Ohne neue Wachstumsimpulse dürfte die psychologisch wichtige Marke des 200-Tage-Durchschnitts vorerst außer Reichweite bleiben.
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